Familie 4 Min. Lesezeit ·

Jugend in Holsterhausen: Treffpunkte, Sport und offene Türen

Jugendhäuser, Sportplätze, Skatepark und Bücherei: Wo Jugendliche in Holsterhausen abhängen, Freunde treffen und sich ausprobieren können.

Gebäude eines Jugendzentrums in Essen
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0Quelle

„Mir ist langweilig.“ Diesen Satz hören Eltern von Jugendlichen ziemlich oft. Dabei gibt es in Holsterhausen einiges zu tun. Jugendhäuser, Sportvereine, Skaten, Bouldern, Bücher. Man muss nur wissen, wo. Hier ist der Überblick – für Jugendliche und ihre Eltern.

Ein Blick zurück: das legendäre JZE

Ältere Holsterhauser erinnern sich noch gut. An der Papestraße stand früher das Jugendzentrum Essen, kurz JZE. Es wurde am 9. Januar 1964 eröffnet. Die Stadt Essen hatte es als Geschenk an die Jugend gebaut. Über Jahrzehnte war es ein Treffpunkt für junge Menschen aus der ganzen Stadt. Am 1. Juni 2011 wurde es geschlossen, 2014 abgerissen.

Viele Menschen, die heute Eltern oder Großeltern sind, verbinden mit dem Haus ihre eigene Jugend. Wenn du mit älteren Nachbarn sprichst, frag sie ruhig nach dem JZE. Du bekommst bestimmt ein paar Geschichten zu hören.

Das JZE gibt es nicht mehr. Aber die Idee lebt weiter: Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich treffen können, ohne etwas kaufen zu müssen.

Das Wichernhaus

Das Wichernhaus an der Planckstraße ist ein evangelisches Jugendhaus. Laut Stadt Essen gibt es dort seit über 50 Jahren offene Kinder- und Jugendarbeit für alle von 6 bis 27 Jahren. Auf vier Etagen gibt es verschiedene Spiel- und Sportangebote, zum Beispiel ein Jugendcafé, Billard und Basketball. Ein Team aus Hauptamtlichen und jugendlichen Ehrenamtlichen kümmert sich um das Haus.

Das Falkenzentrum

Das Falkenzentrum Holsterhausen an der Holsterhauser Straße ist ein weiterer Treffpunkt für junge Menschen. Die Falken sind ein Kinder- und Jugendverband. Frag vor Ort nach aktuellen Angeboten und Öffnungszeiten.

Das Jugendhaus Harkortstraße

Auch an der Harkortstraße gibt es ein Jugendhaus. Jugendhäuser bieten oft Freizeitangebote, Beratung und einen Ort zum Abhängen. Schau vorbei und frag, was gerade läuft.

Sport: im Verein oder frei

Sport ist für viele Jugendliche der wichtigste Ausgleich. In Holsterhausen gibt es mehrere Vereine:

Wer lieber ohne Verein Sport macht, geht zum Kicken auf einen Bolzplatz oder zum Basketball. Mehr im Beitrag Sport in Holsterhausen.

Skaten und Bouldern

Für Skater gibt es den Marder DIY Skatepark. DIY heißt, dass die Skater selbst gebaut haben. Frag vor Ort nach den Regeln. Wer lieber klettert, geht in die Boulderbar Neoliet an der Münchener Straße. Und für Padel gibt es The Padellers an der Schederhofstraße.

Lesen, lernen, chillen

Die Stadtteilbücherei Holsterhausen an der Böcklinstraße ist nicht nur für Kinder da. Hier gibt es auch Bücher, Comics und Medien für Jugendliche. Ein ruhiger Ort zum Lernen für die nächste Klausur. Auch die Bücherei Sankt Mariä Empfängnis ist eine Anlaufstelle.

Ehrenamt: schon mit 14 dabei

Im Wichernhaus arbeiten Jugendliche ab 14 Jahren im ehrenamtlichen Team mit. Das zeigt: Jugendliche können sich schon früh engagieren. Auch in Sportvereinen gibt es oft die Möglichkeit, als Trainerhelfer mitzumachen. Das macht Spaß, bringt Erfahrung und sieht gut im Lebenslauf aus. Mehr im Beitrag Ehrenamt in Holsterhausen.

Jobben im Viertel

Viele Jugendliche wollen ihr eigenes Geld verdienen. In Holsterhausen gibt es Minijobs in Supermärkten, Bäckereien, Cafés und Imbissen. Frag einfach nach. Achte aber auf die Regeln für Jugendarbeit. Bis zu einem bestimmten Alter gibt es strenge Grenzen, wie lange und wann Jugendliche arbeiten dürfen.

Kultur und Kreativität

Nicht alle Jugendlichen sind sportlich. Manche malen, schreiben, machen Musik oder programmieren. Frag in den Jugendhäusern nach kreativen Angeboten. Oft gibt es Workshops, Musikräume oder Projekte. Auch ein Kunstatelier ist in OpenStreetMap im Viertel eingetragen. Und in den Kirchengemeinden gibt es oft Chöre, Bands oder Theatergruppen für junge Leute.

Unterwegs mit Bus und Bahn

Für Jugendliche ist Mobilität wichtig. Mit einem Schülerticket kommen sie schnell in die Innenstadt, nach Rüttenscheid oder zur Gruga. Die U17 und die U18 halten in Holsterhausen. Nachts fahren Nachtexpress-Linien. Mehr dazu im Ratgeber Bus und Bahn.

Für Eltern: loslassen mit Plan

Jugendliche wollen Freiheit. Eltern wollen Sicherheit. Beides geht zusammen. Sprich mit deinem Kind über seine Treffpunkte. Lern die Jugendhäuser kennen. Und vertrau darauf, dass die Menschen dort Erfahrung haben. Offene Jugendarbeit ist ein Schutzraum, kein Risiko.

Fazit

Holsterhausen hat Jugendlichen mehr zu bieten, als viele denken. Wichernhaus, Falkenzentrum und Jugendhaus Harkortstraße sind offene Treffpunkte. Dazu kommen Sportvereine, Skatepark, Boulderhalle und Büchereien. Das legendäre JZE ist Geschichte – aber Orte für junge Menschen gibt es weiterhin.