Immobilien in Essen-Holsterhausen: Wohnen, Mieten, Kaufen

Wohnen in der Siedlung Alfredshof in Holsterhausen

Krupp-Geschichte vor der Haustür: Was vom Alfredshof übrig ist, wie es sich dort heute wohnt und was Käufer zum Thema Denkmalschutz wissen sollten.

Die Kolonie Alfredshof auf einer Übersichtskarte von 1898
Foto: H. Brand, Public domain, via Wikimedia CommonsPublic DomainQuelle

Du biegst von der Keplerstraße in die Simsonstraße und stutzt. Die Häuser sehen anders aus als ein paar Straßen weiter. Älter, mit mehr Charakter. Du stehst im Rest einer Siedlung, die Krupp vor über 130 Jahren für seine Arbeiter gebaut hat. Wie wohnt es sich heute im Alfredshof?

Lagequalität
Nördliches Holsterhausen, historisch geprägt, gut angebunden
Bebauung
Reste der Krupp-Siedlung (Simson-Block), dazu Wiederaufbau und die Nachkriegssiedlung Alfredspark
Typische Wohnungen
Etagenwohnungen in Blocks mit Innenhöfen, Nachkriegs-Mehrfamilienhäuser
ÖPNV
U17 an der Planckstraße, U18 an der Savignystraße und Hobeisenbrücke, Haltestelle Alfred-Krupp-Schule
Lärm
Wohnstraßen ruhig, Richtung A40 deutlich mehr Verkehrsgeräusch
Nahversorgung
Keplerstraße und Gemarkenstraße, Aldi an der Papestraße
Grün
Alfredspark (rund 1,6 Hektar), Plätze wie Thielen- und Hartmannplatz, begrünte Höfe

Krupps Gartenstadt in Holsterhausen

Die Siedlung Alfredshof entstand von 1893 bis 1918 in mehreren Abschnitten. Bauherr war die Firma Krupp, Architekt war Robert Schmohl vom Krupp-Baubüro. Benannt ist die Siedlung nach Alfred Krupp. Insgesamt entstanden rund 1.700 Mietwohnungen. Laut Wikipedia war der Alfredshof die größte Essener Krupp-Siedlung aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

Der erste Abschnitt entstand 1893 bis 1899 zwischen Münchener Straße und Keplerstraße. Dort, wo heute die A40 verläuft, lag damals die Kruppstraße. Gebaut wurden Häuser für eine bis vier Familien nach dem Vorbild englischer Gartenstädte. Nach 1907 wurde es städtischer: bis zu dreigeschossige Wohnblocks mit begrünten Innenhöfen, die als Spielplatz und Treffpunkt dienten. Die ganze Geschichte erzählt der Beitrag Krupp baut ein Viertel.

Was der Krieg übrig ließ

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Alfredshof schwer zerstört. Der erste Abschnitt mit den kleinen Häusern ging vollständig verloren. Als einziges geschlossenes Viertel blieb der sogenannte Simson-Block an der Ecke Keplerstraße und Simsonstraße erhalten. Mehrere Straßen verschwanden ganz – durch den Wiederaufbau und durch den Ausbau der Kruppstraße zur A40.

In den späten 1950er-Jahren baute Krupp in der Nähe die Siedlung Alfredspark. Sie ist einheitlicher und schlichter als der alte Alfredshof. Den Namen trägt heute auch der Alfredspark mit rund 1,6 Hektar Grün.

Steht der Alfredshof unter Denkmalschutz?

Das ist eine der häufigsten Fragen. Die ehrliche Antwort: Aus öffentlich zugänglichen Quellen lässt sich das für einzelne Häuser nicht sicher belegen. Der Alfredshof ist Teil der Route der Industriekultur, Themenroute „Krupp und die Stadt Essen“. Das ist aber kein Denkmalschutz. Verbindlich ist allein die Denkmalliste der Stadt Essen. Du kannst sie im Geoportal der Stadt einsehen oder bei der Unteren Denkmalbehörde nachfragen.

Für Käufer ist das wichtig. Denkmalschutz kann Umbauten, Fenstertausch oder Dämmung an Auflagen binden. Er kann aber auch steuerliche Vorteile bringen. Lass dir vor dem Kauf schriftlich bestätigen, ob das Haus in der Denkmalliste steht.

Wie es sich hier heute wohnt

Laut Wikipedia wurden Teile der alten Arbeitersiedlungen in Holsterhausen für heutige Bedürfnisse modernisiert, ohne ihren Charakter zu verlieren. Im Alltag heißt das: Du wohnst in einem ruhigen Wohnviertel mit Höfen, kleinen Plätzen und etwas Geschichte. Die Simsonstraße hat sogar einen Abschnitt als Spielstraße. Rund um den Thielenplatz und den Hartmannplatz geht es gemütlich zu. Straßen wie die Asthöwerstraße, die Menshausenstraße oder die Adolf-Schmidt-Straße gehören ebenfalls zum früheren Siedlungsgebiet.

Eine schöne Anekdote: Ein US-Dokumentarfilm von 1958 zeigt den Alltag einer Essener Familie, die vermutlich am Hartmannplatz lebte. Zu sehen sind Einkäufe auf der Gemarkenstraße und die Straßenbahn an der Rubensstraße.

Die ehrlichen Punkte

  • Nähe zur A40: Straßen wie die Jenckestraße liegen direkt an der Autobahn. Hier ist der Verkehr deutlich hörbar. Mehr dazu unter Wohnen nahe A40 und Frohnhausen.
  • Gemischter Bestand: Alte Krupp-Häuser, Wiederaufbau und Nachkriegssiedlung stehen dicht beieinander. Der Zustand unterscheidet sich stark.
  • Alte Häuser, alte Technik: Bei älteren Gebäuden solltest du Heizung, Leitungen, Dach und Feuchtigkeit genau prüfen lassen.
  • Parken: Die Siedlung wurde für Menschen ohne Auto gebaut. Stellplätze sind entsprechend rar.

Gut zu wissen für Käufer

Bei älteren Häusern im Alfredshof lohnt sich ein Gutachter. Er prüft Dach, Keller, Leitungen und Feuchtigkeit. Frag außerdem nach den Modernisierungen der letzten Jahrzehnte und lass dir Rechnungen oder Nachweise zeigen. Bei Eigentumswohnungen gehören die Protokolle der Eigentümerversammlungen und die Höhe der Rücklage dazu. Mehr unter Altbau, Neubau, Bestand.

Für wen passt der Alfredshof?

Der Alfredshof passt zu dir, wenn du Geschichte vor der Haustür magst und Höfe statt Hauptstraße suchst. Er passt zu Familien, die kleine Plätze und ruhige Straßen schätzen. Und zu Pendlern, die U17 und U18 in der Nähe haben wollen. Wer ein altes Haus kauft, sollte Zeit und Budget für die Prüfung einplanen.

Fazit

Die Siedlung Alfredshof ist ein Stück Krupp-Geschichte, in dem man heute ganz normal wohnt. Vom Original ist nach dem Krieg nur ein Teil geblieben, allen voran der Simson-Block. Wer hier kauft oder mietet, bekommt Charakter und Höfe – und sollte Denkmalstatus, Bausubstanz und die Nähe zur A40 vorher klären.

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