Wohnlagen in Holsterhausen: Welche Ecke passt zu dir?
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WeiterlesenDrei Viertel Nachkriegsbau, wenig Altbau, etwas Neubau: Was der Gebäudebestand in Essen-Holsterhausen für Heizkosten, Schallschutz und Kauf bedeutet.
Im Exposé steht „gepflegter Altbau“. Vor Ort siehst du eine schlichte Putzfassade aus den Fünfzigern. Enttäuscht? Musst du nicht sein. Du musst nur wissen, was du vor dir hast. In Holsterhausen ist das Baujahr eine der wichtigsten Fragen überhaupt. Es entscheidet über Heizkosten, Schallschutz und mögliche Sanierungen.
Holsterhausen wuchs um 1900 rasant. Die Stadt benannte damals ganze Straßenzüge neu, Krupp baute ab 1893 die Siedlung Alfredshof, 1909 öffneten die Städtischen Krankenanstalten. Dann kam der Zweite Weltkrieg. Wegen der Nähe zu den Krupp-Werken wurde Holsterhausen so stark zerstört, dass es danach das größte zusammenhängende Wiederaufbaugebiet Westdeutschlands war. Laut Stadt Essen stammen rund drei Viertel der Wohnungen im heutigen Stadtteil aus der Zeit nach dem Krieg. Die Geschichte dazu erzählt der Beitrag Wiederaufbau in Holsterhausen.
Das Ergebnis siehst du in fast jeder Straße: Mehrfamilienhäuser aus der Wiederaufbauzeit, dazwischen einzelne Häuser, die den Krieg überstanden haben, und neuere Gebäude, wo Altes ersetzt wurde.
Häuser aus der Zeit vor dem Krieg sind in Holsterhausen die Ausnahme. Du findest sie verstreut, zum Beispiel rund um die Simsonstraße im erhaltenen Simson-Block der Siedlung Alfredshof. Typisch für Altbauten sind höhere Decken, dicke Wände, oft Holzböden.
Darauf achten: Heizkosten, Zustand von Leitungen und Dach, Feuchtigkeit im Keller, Dichtigkeit der Fenster. Und die Frage, ob das Haus unter Denkmalschutz steht. Das klärst du verbindlich über die Denkmalliste der Stadt Essen.
Nach dem Krieg wurde schnell und sparsam gebaut. Material war knapp, Wohnraum dringend nötig. Typisch sind schlichte Putzfassaden, normale Deckenhöhen, kompakte Grundrisse, oft kleine Bäder und Küchen. Viele Häuser haben Balkone zum Hof. Die Stadt Essen weist darauf hin, dass die meisten Wohnhäuser in Holsterhausen Gärten oder begrünte Innenhöfe haben.
Darauf achten: Schallschutz zwischen den Wohnungen, Art der Heizung, Alter der Fenster, Dämmung von Fassade und Dach, Elektrik. Viele Häuser sind inzwischen modernisiert – andere nicht. Der Unterschied kann groß sein.
Neuere Gebäude entstehen meist dort, wo alte ersetzt werden. Sie haben in der Regel moderne Dämmung, zeitgemäße Haustechnik und häufiger einen Aufzug. Dafür liegen Mieten und Kaufpreise meist höher. Für ältere Menschen oder Familien mit Kinderwagen kann ein Aufzug trotzdem den Ausschlag geben.
Die Heizung ist bei älteren Häusern oft der größte Kostenfaktor. Frag deshalb immer:
Beim Verkauf und bei der Vermietung muss dir der Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden. In Anzeigen müssen wichtige Kennwerte daraus stehen. Achte darauf, ob es ein Bedarfsausweis oder ein Verbrauchsausweis ist. Der Verbrauchsausweis hängt stark vom Heizverhalten der bisherigen Bewohner ab.
Viele Nachkriegshäuser gelten als hellhörig. Das liegt an leichten Decken, dünnen Wänden und alten Fenstern. Du hörst dann nicht nur die Straße, sondern auch Schritte über dir. So testest du das:
Beim Kauf einer Eigentumswohnung kaufst du immer einen Teil des ganzen Hauses mit. Bei älteren Gebäuden ist das besonders wichtig. Lass dir diese Unterlagen geben:
Bei Häusern aus den Nachkriegsjahrzehnten solltest du außerdem wissen: In Gebäuden, die bis in die 1990er-Jahre gebaut oder renoviert wurden, können Schadstoffe wie Asbest verbaut sein, etwa in alten Bodenbelägen. Bei Umbauten lohnt sich deshalb eine fachliche Prüfung. Mehr zur Eigentümergemeinschaft liest du unter Eigentümer und WEG, zum Kaufprozess unter Wohnung kaufen.
Weitere Tipps stehen unter Wohnung mieten in Holsterhausen und im Beitrag Altbau oder Nachkriegsbau?.
Bei aller Vorsicht: Der Holsterhauser Bestand hat echte Vorteile. Kompakte Grundrisse sind gut zu heizen und gut zu möblieren. Viele Häuser haben grüne Höfe. Modernisierte Nachkriegshäuser bieten oft ein gutes Verhältnis von Preis und Wohnqualität. Und die Lage mit kurzen Wegen macht vieles wett, was an Stuck fehlt.
In Holsterhausen ist der Nachkriegsbau die Regel, der Altbau die Ausnahme und der Neubau die teure Alternative. Entscheidend ist nicht das Etikett, sondern der Zustand: Heizung, Fenster, Schallschutz und die Rücklage der Eigentümer. Wer diese Punkte prüft, kauft und mietet mit offenen Augen.
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