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Mit Tram und U17: die Geschichte von Bus und Bahn in Holsterhausen

Von der ersten Straßenbahn 1893 über die Linien am Holsterhauser Platz bis zur U17 von 1981: wie Schienen Holsterhausen geprägt haben.

Ein leises Klingeln, dann quietscht es in der Kurve. Die Straßenbahn schiebt sich über die Holsterhauser Straße. Für dich ist das Alltag. Doch hinter jedem Gleis steckt eine Geschichte. Die Schienen haben Holsterhausen genauso geprägt wie Krupp oder das Klinikum.

1893: Die erste Straßenbahn

Vor der Straßenbahn gab es in Essen Pferdeomnibusse. Sie waren langsam und schnell überfüllt. Ab 1889 durfte ein Konsortium eine Bahn bauen. Es wartete aber noch, weil es die neue elektrische Technik nutzen wollte.

Am 23. August 1893 war es so weit. Die ersten elektrischen Strecken gingen in Betrieb: vom heutigen Hauptbahnhof nach Altenessen und über Altendorf nach Borbeck. Altendorf gehörte damals zur selben Bürgermeisterei wie Holsterhausen. 1894 folgte die Strecke nach Rüttenscheid. Am 2. September 1898 fuhr die Bahn auch vom Limbecker Platz nach Frohnhausen. Holsterhausen lag damit zwischen wachsenden Strecken.

Wachstum bis in die 1930er

Zwischen 1912 und 1932 wurden in Essen insgesamt 31 neue Streckenabschnitte gebaut. Ab 1916 gab es eine Verbindung nach Mülheim an der Ruhr. Zu Beginn der 1930er-Jahre fuhren in und um Essen 18 Linien. 1925 kamen die ersten Buslinien dazu.

Welche Linie wann genau erstmals durch Holsterhausen fuhr, ist in den genutzten Quellen nicht einzeln aufgeführt. Klar ist: Die Holsterhauser Straße und der Holsterhauser Platz wurden zu wichtigen Knoten.

Krieg und Neuanfang

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Netz schwer getroffen. Nach dem großen Angriff vom 5. März 1943 fuhren viele Strecken nur noch mit Bussen. Am 8. April 1945 stellte die letzte Linie ihren Betrieb ein. Die Straßenbahn hatte 92 Prozent ihrer Wagen, 90 Prozent der Oberleitungen und 81 Prozent der Gleise verloren.

Ab dem 25. April 1945 ging es langsam wieder los. Ende 1945 fuhren wieder 15 Linien. Ende 1950 galt der Wiederaufbau als abgeschlossen. Ein US-Lehrfilm von 1958 zeigt die Straßenbahn an der Haltestelle Rubensstraße in Holsterhausen – ein schönes Zeitdokument.

Neue Namen, neue Fahrzeuge

Betrieben wurde die Essener Straßenbahn lange von der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft. 1954 benannte sie sich um in Essener Verkehrs-AG, kurz EVAG. Um 1950 fuhr in Essen auch zum ersten Mal ein Oberleitungsbus. Er wurde aber am 23. November 1957 wieder eingestellt. Ab 1955 wurden vor allem Linien am Stadtrand stillgelegt. Die Strecken über den Holsterhauser Platz gab es 1967 aber weiterhin.

Die Linien am Holsterhauser Platz

Wie dicht das Netz war, zeigt eine Liste von 1967. Damals fuhren mehrere Linien über den Holsterhauser Platz:

  • Linie 6: Rolandstraße (Saalbau) – Rüttenscheid – Holsterhauser Platz – Essen West – Helenenstraße
  • Linie 16: Essen Hbf – Rüttenscheid – Holsterhauser Platz – Essen West – Bergeborbeck
  • Linie 36: wie die 16, aber weiter bis Borbeck und Dellwig

Zur Margarethenhöhe fuhren die Linien 7, 17 und 37. Sie verbanden den Stadtteil nebenan mit dem Hauptbahnhof und weiter bis Gelsenkirchen.

Schienen auf der Autobahn

In den 1950er-Jahren wurde die alte Kruppstraße, damals Bundesstraße 1, zum Ruhrschnellweg ausgebaut. Heute ist das die A40. Die Frage war: Straßenbahn weg oder integrieren? Man entschied sich für die Bahn. Auf dem Mittelstreifen entstand eine eigene Trasse von Mülheim-Heißen bis zum Bismarckplatz.

Am 28. Mai 1977 wurde daraus die erste echte Stadtbahnstrecke: die U18 zwischen Mülheim und der Essener Innenstadt. In Holsterhausen hält sie an der Haltestelle Hobeisenbrücke. Die U18 kreuzt keine Straße auf gleicher Höhe. Sie ist damit eine Art Voll-U-Bahn.

1981: Die U17 kommt

Schon 1964 begann der Bau der Essener Stadtbahn – mit dem U-Bahnhof Planckstraße im Rohbau. Hier sollte später die Straßenbahn zur Margarethenhöhe angeschlossen werden. Am 27. November 1981 war es so weit. Die U17 nahm den Betrieb auf. Sie kommt über eine Rampe an der Holsterhauser Straße aus dem Tunnel und hält an den Stationen Gemarkenplatz und Holsterhauser Platz. Dann fährt sie weiter zur Margarethenhöhe. Sie ersetzte eine frühere Straßenbahnverbindung.

Zuerst gab es an der Oberfläche niedrige Bahnsteige. 2002 wurden sie angehoben und in die Mitte der Straße verlegt. Damit war das gesamte Essener Stadtbahnnetz stufenlos erreichbar.

Kurz vor der Margarethenhöhe überquert die U17 auf einer Brücke eine alte Trasse: die frühere Bahnstrecke Mülheim-Heißen–Altendorf. Heute ist sie ein Fuß- und Radweg. Er bildet die Südgrenze von Holsterhausen. So liegen alte und neue Schienengeschichte direkt übereinander.

Holsterhausen im Netz heute

Die Stadt Essen nennt als zentrale Haltestellen im Stadtteil Gemarkenplatz, Rubensstraße und Hobeisenstraße. Dazu kommen die Straßenbahnlinien 101 und 106 und die Stadtbahnlinien U17 und U18. Die Linie 106 fährt einen großen Bogen über Rüttenscheid und Holsterhausen. Linien und Takte ändern sich immer wieder. Den aktuellen Stand findest du im Ratgeber Bus und Bahn in Holsterhausen und unter Nahverkehr in Holsterhausen.

Warum das wichtig ist

Ohne die Bahn wäre Holsterhausen nicht so gewachsen. Krupp-Arbeiter, Klinikpersonal, Schülerinnen und Studierende – sie alle kamen und kommen mit der Bahn. Die Haltestelle vor der Alfred-Krupp-Schule trägt sogar den Namen der Schule. Den großen Zusammenhang findest du auf der Seite Geschichte von Holsterhausen.

Fazit

Die erste Straßenbahn fuhr 1893 durch die Nachbarschaft. 1967 kreuzten mehrere Linien den Holsterhauser Platz. 1977 kam die U18 auf dem Mittelstreifen der A40, 1981 die U17 über Gemarkenplatz und Holsterhauser Platz. Wenn du das nächste Mal einsteigst, fährst du ein Stück Stadtgeschichte mit.