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Holsterhausen in Zahlen: damals und heute

300 Hektar Bauernland, 66.000 Einwohner in der Bürgermeisterei, 481 Klinikbetten: Holsterhausen in Zahlen – damals und heute im Vergleich.

Wie groß ist Holsterhausen eigentlich? Und wie viele Menschen lebten hier, als noch Kühe über die Gemarken liefen? Zahlen klingen trocken. Aber sie erzählen Geschichte oft schneller als jeder Text. Hier kommt Holsterhausen im Vorher-nachher-Vergleich.

Fläche: klein, aber dicht

  • Damals: Als Teil der Bürgermeisterei Altendorf hatte die Gemeinde Holsterhausen eine Fläche von 300,82 Hektar. Die ganze Bürgermeisterei kam auf 957,36 Hektar.
  • Heute: Der Stadtteil Holsterhausen ist 2,98 Quadratkilometer groß. Das sind knapp 300 Hektar – also ungefähr so viel wie früher.

Die Fläche ist also fast gleich geblieben. Was sich verändert hat, ist die Zahl der Menschen darauf.

Einwohner: vom Dorf zur Großstadt

  • 1874: Die neue Bürgermeisterei Altendorf mit Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen zählte 20.468 Einwohner.
  • 1876: Allein in der Krupp-Kolonie Schederhof lebten 2.379 Menschen, dazu 1.125 in den Baracken daneben.
  • 1901: Bei der Eingemeindung hatte die Bürgermeisterei rund 66.000 Einwohner. Sie war die größte Landgemeinde in Preußen.
  • Aktuell: In Holsterhausen allein leben rund 26.000 Menschen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist es der viertgrößte Stadtteil Essens.

Mehr zur Eingemeindung liest du im Beitrag Eingemeindung 1901.

Wer heute hier lebt

Die Strukturdaten der Stadt Essen, wie sie Wikipedia zuletzt wiedergibt, zeigen ein junges, internationales Viertel:

  • 13,4 Prozent sind unter 18 Jahre alt. Im Essener Durchschnitt sind es 16,9 Prozent.
  • 16,7 Prozent sind 65 Jahre oder älter. In ganz Essen sind es 21,7 Prozent.
  • 25,0 Prozent haben keinen deutschen Pass. Der Essener Durchschnitt liegt bei 20,6 Prozent.

Weniger Kinder, weniger Senioren, viele Menschen dazwischen. Das passt zu einem Stadtteil mit Uniklinik und vielen Studierenden. Die Stadt Essen beschreibt Holsterhausen sogar als „Studentenparadies“. Mehr Zahlen findest du auf der Seite Stadtteil in Zahlen.

Arbeit: Krupp damals, Klinik heute

  • 1887: In der Krupp-Gussstahlfabrik gleich nebenan arbeiteten rund 20.000 Menschen.
  • 1940: Die Städtischen Krankenanstalten hatten über 700 Beschäftigte.
  • 1955: Nach dem Wiederaufbau waren es 900.
  • Heute: Im Universitätsklinikum arbeiten laut Wikipedia mehr als 8.000 Menschen in rund 60 Gebäuden.

Betten: vom Stadtkrankenhaus zur Uniklinik

  • 1909: 481 Betten bei der Eröffnung der Städtischen Krankenanstalten.
  • 1940: rund 1.400 Betten.
  • Ende 1944: 45 Betten in Luftschutzkellern.
  • 1955: wieder 1.450 Betten.
  • Heute: 1.291 Planbetten.

Die ganze Geschichte steht im Beitrag Vom Stadtkrankenhaus zur Uniklinik.

Wohnungen: gebaut, zerstört, neu gebaut

  • Kolonie Schederhof (ab 1873): 762 Mietwohnungen.
  • Siedlung Alfredshof (1893–1918): rund 1.700 Mietwohnungen.
  • Nach 1945: Etwa drei Viertel aller Wohnungen im heutigen Holsterhausen entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • Essen 1950–1961: über 100.000 neue Wohnungen in der ganzen Stadt, mit Schwerpunkten in Altendorf und Holsterhausen.

Straßen und Plätze

  • 119 benannte Verkehrsflächen gibt es in Holsterhausen, darunter vier Plätze.
  • Die längste ist die Holsterhauser Straße mit rund 2.080 Metern im Stadtteil.
  • Die Virchowstraße kommt auf rund 1.700 Meter, die Gemarkenstraße auf rund 1.100 Meter.
  • Der Gemarkenplatz misst etwa 85 mal 45 Meter. Seinen Namen trägt er seit 1922.
  • Drei Postleitzahlen teilen sich den Stadtteil: 45144, 45145 und 45147.
  • Am 16. Mai 1902 bekamen sehr viele Straßen auf einen Schlag ihren heutigen Namen.

Türme und Glocken

  • 181 Meter: So hoch war der Richtfunkmast der Bundesbahn, der von 1955 bis 1971 stand.
  • 159 Meter: So hoch ist der heutige Fernsehturm an der A40.
  • Über 600: So viele verglaste Fensterfelder hatte die Stahlkirche.
  • 84: So viele Menschen starben 1942 im zerstörten Bunker neben der Stahlkirche.
  • 3 von 4: Drei der vier Glocken von St. Mariä Empfängnis aus dem Jahr 1897 hängen noch heute im Turm. Die größte wiegt rund 1.800 Kilo.

Geld und Grund

  • 886 Morgen: So groß war die Frohnhauser Mark bei einer Vermessung 1794. Die Gemarkenstraße verband ihre beiden Teile.
  • 120.000 Mark: So viel kostete das Rathaus der Bürgermeisterei Altendorf samt Grundstück. 1876 zog die Verwaltung ein.
  • 4 Millionen D-Mark: So teuer war das Jugendzentrum Essen an der Papestraße. Es öffnete am 9. Januar 1964 und wurde 2014 abgerissen.
  • 28.000 Quadratmeter: So groß ist das Gelände des früheren Funke-Druckhauses im Schederhofviertel, das Mitte 2020 schloss.
  • 1.500 Quadratmeter: So groß ist das Dach von St. Mariä Empfängnis, das 2012 neu gedeckt wurde.

Bus und Bahn

  • 1893: Die erste elektrische Straßenbahn fährt durch Altendorf nach Borbeck.
  • 18,3 Kilometer: So lang war das Essener Straßenbahnnetz im Sommer 1894.
  • 3 Linien: 1967 fuhren die Linien 6, 16 und 36 über den Holsterhauser Platz.
  • 2 Stationen: Gemarkenplatz und Holsterhauser Platz bekam die U17 am 27. November 1981.

Kleine Zahlen mit großer Wirkung

  • 95 Jahre wurde an der Gemarkenstraße 18 getankt – von 1924 bis 2019.
  • 92 Prozent ihrer Wagen verlor die Essener Straßenbahn im Zweiten Weltkrieg.
  • 1685 wird die erste Schule an der Grenze der drei Bauerschaften erwähnt. Aus ihr ging die heutige Cosmas-und-Damian-Schule hervor.
  • 7 Gründungsmitglieder nahmen am 8. Mai 2025 die Satzung der neuen IG Holsterhausen e. V. an.

Fazit

Die Fläche von Holsterhausen ist seit über 100 Jahren fast gleich. Aber aus Bauernland wurde einer der dichtesten Stadtteile Essens. Aus 481 Klinikbetten wurde eine Uniklinik mit Tausenden Beschäftigten. Wer die Zahlen kennt, versteht, wie schnell sich das Viertel verändert hat. Die Geschichte hinter den Zahlen erzählt die Seite Geschichte von Holsterhausen.