Kiezleben 4 Min. Lesezeit ·

24 Stunden in Holsterhausen: ein Tag im Viertel

Von der Frühschicht am Klinikum bis zum letzten Bier in der Eckkneipe: So tickt Holsterhausen rund um die Uhr.

Straßenzug mit Wohnhäusern in Essen-Holsterhausen
Foto: Christian Schnettelker, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0Quelle

Wie fühlt sich Holsterhausen eigentlich an? Nicht auf der Karte, sondern im echten Leben? Komm mit auf einen Tag durch das Viertel. Von früh bis spät. Mit Orten, die es wirklich gibt.

5:30 Uhr: Die Frühschicht

Holsterhausen wird früh wach. Das liegt am Universitätsklinikum. Die ersten Pflegekräfte, Ärztinnen und Techniker sind auf dem Weg zur Schicht. An der Hufelandstraße und am Holsterhauser Platz sind schon Menschen unterwegs, während der Rest noch schläft.

Wer jetzt Kaffee braucht, hat Glück. Mehrere Bäckereien öffnen laut ihren Angaben sehr früh, zum Beispiel Döbbe an der Gemarkenstraße oder Holtkamp an der Kahrstraße. Wer es ganz spontan braucht: Der REWE To Go an der Holsterhauser Straße ist laut OpenStreetMap rund um die Uhr geöffnet.

8:00 Uhr: Schule und Pendeln

Jetzt wird es voll. Kinder laufen zur Grundschule, Jugendliche zu den Gymnasien. Die U17 bringt Pendler Richtung Hauptbahnhof und Innenstadt. Die U18 fährt über die Haltestellen an der A40 Richtung Mülheim. Die Straßenbahnen am Klinikum füllen sich. Alles über die Linien steht im Ratgeber Bus und Bahn.

9:30 Uhr: Frühstück mit Ruhe

Wer nicht zur Arbeit muss, frühstückt jetzt entspannt. Im Copenhagen Coffee Lab an der Gemarkenstraße gibt es Kaffee und Gebäck. Das Cafe Büsch am Holsterhauser Platz ist eine weitere Adresse. Mehr Ideen findest du im Beitrag Frühstücken in Holsterhausen.

11:00 Uhr: Erledigungen auf der Gemarken

Der Vormittag gehört den Besorgungen. Apotheke, Reinigung, Blumen, Friseur – auf der Gemarkenstraße ist alles zu Fuß erreichbar. Du holst die Hemden bei der Reinigung und stöberst kurz in der Insel der Bücher.

12:30 Uhr: Mittagspause

Mittags wird es voll an den Imbissen. Ob Döner, Pizza, Burger oder ein bürgerlicher Mittagstisch: Holsterhausen hat eine große Auswahl. Klinik-Beschäftigte gehen oft in die eigene Klinikgastronomie. Alle anderen verteilen sich auf die Straßen rundherum. Der Überblick: Mittagstisch in Holsterhausen.

14:00 Uhr: Donnerstag ist Markttag

Ist heute Donnerstag? Dann schlendere über den Wochenmarkt. Er findet am Nachmittag auf der Gemarkenstraße statt. Obst, Gemüse, Käse, Blumen, dazu jede Menge Begegnungen. Für viele ist der Donnerstag deshalb ein fester Termin im Viertel.

16:00 Uhr: Raus ins Grüne

Nach der Arbeit zieht es viele nach draußen. Im Mühlenbachtal kannst du spazieren gehen oder joggen. Der Alfredspark ist eine weitere grüne Ecke. Wer sich auspowern will, geht in die Boulderbar Neoliet an der Münchener Straße oder spielt Padel bei The Padellers. Mehr in Grün und Freizeit.

17:00 Uhr: Kinder und Jugend

Die Spielplätze sind jetzt voll. Im Wichernhaus an der Planckstraße treffen sich Jugendliche. Die Stadtteilbücherei an der Böcklinstraße ist an einigen Tagen geöffnet. Und an der Eisdiele bildet sich eine Schlange.

19:00 Uhr: Abendessen

Jetzt hast du die Qual der Wahl. Griechisch im Delphi oder im Lindos. Marokkanisch im Petit Marrakesch. Thailändisch im Mekong. Indisch im Sarovar. Oder Pizza um die Ecke. Einen Überblick gibt dir der Beitrag über internationale Küche.

21:30 Uhr: Ein Bier in der Kneipe

Holsterhausen ist kein Partyviertel. Aber es hat echte Kneipen. Du triffst dich in der Domschänke, im Wirtshaus Warsteiner oder in der d.bar an der Kahrstraße. Wer mehr Trubel will, läuft rüber nach Rüttenscheid. Der Weg ist kurz, und zurück geht es entspannt zu Fuß oder mit der Bahn. Wer lieber zu Hause bleibt, holt sich noch etwas vom Imbiss und schaut vom Balkon auf die Lichter des Funkturms.

Zwischendurch: die kleinen Momente

Ein Tag in Holsterhausen besteht nicht nur aus festen Programmpunkten. Es sind die kleinen Dinge dazwischen. Das Gespräch am Kiosk über den BVB oder Rot-Weiss. Die Nachbarin, die dir am Markt ein Stück Käse zum Probieren gibt. Der Blick auf den Funkturm, wenn du aus der U-Bahn kommst.

Viele dieser Momente passieren an Orten, die kein Reiseführer kennt. An der Ecke vor der Trinkhalle. Auf der Bank vor der Kirche. Im Treppenhaus. Genau das macht ein Viertel zum Zuhause. Wenn du neu hier bist, lass dir Zeit. Die Leute sind offen, wenn du ihnen offen begegnest.

0:00 Uhr: Das Viertel schläft – fast

Um Mitternacht wird es ruhig. Nur die Nachtbusse fahren noch, und im Klinikum beginnt die Nachtschicht. Der Kreis schließt sich. In ein paar Stunden geht alles von vorn los.

Fazit

Holsterhausen ist ein Viertel, das rund um die Uhr lebt – dank Klinikum, Studierenden und vielen Familien. Morgens Brötchen, mittags Imbiss, donnerstags Markt, abends Kneipe: Alles liegt nah beieinander. Probier es aus und schreib deinen eigenen 24-Stunden-Plan.