
Foto: H.P.Hüster, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0Quelle
Hanns-Peter Hüster
1935–2020
Hanns-Peter Hüster war von 1964 bis 1970 für das Kinoprogramm im Jugendzentrum Essen an der Papestraße in Holsterhausen zuständig.
Du liebst die Lichtburg? Dann solltest du Hanns-Peter Hüster kennen. Ohne ihn gäbe es Essens berühmtestes Kino vielleicht nicht mehr. Ein wichtiges Kapitel seines Kino-Lebens spielte in Holsterhausen.
Ein Kino im Luftschutzkeller
Hanns-Peter Hüster wurde 1935 in Augsburg geboren. Nach dem Krieg kam die Familie in Essen wieder zusammen. Seine Liebe zum Kino begann mit dem Film „Das Dschungelbuch“. Im Luftschutzkeller des Familienhauses baute er sein erstes „Kino“. Dort zeigte er Filme für die Nachbarskinder. Später schenkte ihm sein Vater eine 16-Millimeter-Kamera. Damit drehte er eigene Kurzfilme.
Technik, Kamera, Kino
Hüster machte eine Ausbildung als Fernmeldetechniker bei Siemens & Halske. Zeitweise half er dort, Kinos auf das breite Cinemascope-Format umzubauen. Danach arbeitete er als Kameramann beim WDR. 1962 übernahm er in Frillendorf das Studio Filmforum.
Die Jahre im Jugendzentrum
Von 1964 bis 1970 war Hüster bei der Stadt Essen angestellt. Er kümmerte sich um das Kinoprogramm im Jugendzentrum in Holsterhausen. Das Jugendzentrum Essen, kurz JZE, lag an der Papestraße. Es wurde am 9. Januar 1964 eröffnet. Der Bau kostete damals vier Millionen D-Mark. Die Stadt sah ihn als Geschenk an die Jugend.
Was aus dem JZE wurde
Fast 50 Jahre lang war das JZE ein Treffpunkt für junge Leute. Am 1. Juni 2011 wurde es geschlossen, vorher gab es eine große Abschiedsfeier. Im April 2014 wurde das Gebäude abgerissen, kurz nach seinem 50. Geburtstag. Hüsters Kinoprogramm gehört damit zu einem Stück Stadtteilgeschichte, das es so nicht mehr gibt.
Galerie Cinema und Harold und Maude
Nach dem JZE übernahm Hüster eine Kunstgalerie von einem befreundeten Paar. Als Kunsthändler hatte er keinen Erfolg. Also machte er aus der Galerie ein Kino: die Galerie Cinema. Ab 1973 lief dort jeden Sonntag „Harold und Maude“. Das wurde zur kleinen Legende.
Retter der Essener Kinos
Bei einer Vorführung von „2001: Odyssee im Weltraum“ lernte er Marianne Menze kennen. Gemeinsam betrieben die beiden mehrere Kinos in Essen. Sie retteten das Filmstudio Glückauf, das älteste Filmtheater des Ruhrgebiets, vor der Schließung. Auch die Lichtburg bewahrten sie vor dem Aus. 2013 erhielten beide zusammen das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Hanns-Peter Hüster starb am 10. März 2020 in Essen.
Kino-Tipp für Holsterhausener
Die Lichtburg liegt in der Essener Innenstadt, das Filmstudio Glückauf im Nachbarstadtteil Rüttenscheid. Von Holsterhausen aus bist du schnell dort. Wenn du dort das nächste Mal im Kinosessel sitzt, denk an den Mann, der in Holsterhausen für Jugendliche Filme zeigte.
Fazit
Hanns-Peter Hüster lebte für das Kino. Im Jugendzentrum an der Papestraße brachte er Filme zu jungen Menschen in Holsterhausen. Später rettete er zwei der wichtigsten Kinos der Stadt.

