Goldsucher und Stadtgründer

Henry Wickenburg

1819–1905

Henry Wickenburg wurde 1819 als Johannes Henricus Wickenburg in Holsterhausen geboren.

Stell dir vor, du stehst in der Wüste von Arizona. Vor dir liegt eine Kleinstadt mit Western-Flair. Auf dem Ortsschild steht: Wickenburg. Klingt ein bisschen nach Ruhrgebiet? Ist es auch. Der Mann hinter dem Namen kam aus Holsterhausen.

Kindheit zwischen Feldern und Kohle

Henry Wickenburg kam am 21. November 1819 zur Welt. Getauft wurde er als Johannes Henricus Wickenburg. Holsterhausen war damals noch ein ländlicher Ort vor den Toren von Essen. Von Hochhäusern, Straßenbahnen und der Gemarkenstraße als Einkaufsmeile war keine Spur.

Zusammen mit seinem Bruder grub er Kohle auf dem Land der Familie. Doch der Staat beanspruchte die Rechte an den Bodenschätzen. Es kam zum Streit mit den Behörden. 1847 wanderte Wickenburg in die USA aus.

Vom Goldrausch nach Arizona

In New York kam er zuerst an. Dann hörte er vom Goldfund in Kalifornien. 1853 war er in San Francisco. Dort lernte er, wie man Gold sucht und wäscht. 1862 schloss er sich einer Gruppe von Goldsuchern an. Sie zog ins Innere des damaligen Arizona-Territoriums.

Die Vulture Mine

Eines Tages fiel Wickenburg ein Quarzfelsen auf. Die anderen interessierte das nicht. Er ging trotzdem allein hin. 1863 entdeckte er dort die Vulture Mine. Sie wurde die wichtigste Goldmine Arizonas. Rund um sein Lager wuchs eine Siedlung. Man nannte sie bald nach ihm: Wickenburg.

Reich wurde er dadurch aber nicht. 1866 verkaufte er den Großteil seiner Anteile. Vereinbart waren 85.000 Dollar. Bekommen hat er nur 25.000 Dollar. Angeblich konnte er seine Eigentumsrechte nicht sauber nachweisen.

Ein Mann für die ganze Stadt

Wickenburg blieb und baute mit. Er verkaufte Grundstücke, aus denen später die Innenstadt wurde. Er schenkte Land für die erste Kirche des Ortes. Er war Postmeister, Friedensrichter und saß im Schulrat. Außerdem war er Abgeordneter im siebten Parlament des Arizona-Territoriums. Mit anderen finanzierte er ein Bewässerungsprojekt mit. Daraus wurde später das Salt River Project, das für die Entwicklung von Phoenix wichtig war.

Ein rätselhaftes Ende

Henry Wickenburg starb am 14. Mai 1905 an einer Schussverletzung. Die Behörden sprachen von Selbsttötung. Viele Zeitgenossen zweifelten daran, sogar der zuständige Sheriff. Begraben wurde er auf dem Friedhof, der heute seinen Namen trägt. Sein Wohnhaus in Wickenburg steht unter Denkmalschutz.

Was das mit Holsterhausen zu tun hat

Wickenburgs Geschichte zeigt, wie alt die Wurzeln des Stadtteils sind. Lange bevor Krupp-Siedlungen und Wohnblocks entstanden, lebten hier Bauernfamilien. Einige von ihnen zog es in die Welt hinaus. Wenn du also das nächste Mal über die Holsterhauser Straße fährst, denk kurz an den Goldsucher von hier.

Fazit

Henry Wickenburg ist wohl der Holsterhauser mit der wildesten Biografie. Er fand Gold, gründete eine Stadt und prägte ein ganzes Territorium mit. Sein Name steht bis heute auf Landkarten in Arizona.