st mariae empfaengnis

Foto: Steffen Schmitz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia CommonsCC BY-SA 4.0Quelle

Architekt

Josef Seché

1851–1901

Josef Seché entwarf die Kirche St. Mariä Empfängnis in Essen-Holsterhausen, die von 1895 bis 1897 gebaut wurde.

Du stehst auf der Gemarkenstraße und schaust nach oben. Da ragt der Turm von St. Mariä Empfängnis in den Himmel. Viele nennen die Kirche den „Holsterhauser Dom“. Ihr Architekt kam aus Köln: Josef Seché.

Architekt und Lehrer

Josef Seché hieß mit bürgerlichem Namen Josef Sechehaye. Er wurde am 10. Oktober 1851 in Köln geboren. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt. In den 1870er-Jahren arbeitete er für die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft. Um 1880 wurde er Lehrer an der Königlichen Provinzial-Gewerbeschule in Köln. Dort unterrichtete er Zeichnen, dekoratives Malen und Entwerfen.

Bauten in Köln und am Rhein

Nebenbei arbeitete Seché als selbstständiger Architekt. Er entwarf viele Wohn- und Geschäftshäuser an den Kölner Ringen. Mit einem Kollegen plante er das Empfangsgebäude der Rheinischen Eisenbahn in Duisburg. Er baute auch Kirchen, zum Beispiel die evangelische Kirche in Hückelhoven.

Eine Kirche für Holsterhausen

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Holsterhausen rasant. Viele Menschen kamen, um im Bergbau oder bei Krupp zu arbeiten. Der Weg zur Pfarrkirche in der Essener Innenstadt war weit. 1887 gründete sich deshalb ein Kirchbauverein. Doch der Verein zerstritt sich. Im Norden entstand St. Mariä Geburt. Im Süden legte man im Frühjahr 1895 den Grundstein für St. Mariä Empfängnis.

Neugotik an der Holbeinstraße

Seché entwarf die Kirche im Stil der Neugotik. Am 24. Dezember 1896 feierte die Gemeinde den ersten Gottesdienst. Die Kirche war da nur grob fertig. 1897 stand der Bau mit Turm. Am 23. Juli 1897 wurde sie geweiht. 1903 wurde St. Mariä Empfängnis eine eigene Pfarrei. Die Kirche liegt an der Holbeinstraße, direkt an der Gemarkenstraße.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg trafen mehrere Bomben die Kirche. Nur die Außenmauern blieben stehen. Von 1950 bis 1952 wurde sie wieder aufgebaut. Der Turmhelm wurde dabei gedrungener. Drei Glocken aus dem Jahr 1897 überstanden beide Weltkriege. Sie hängen bis heute im Turm. Geliefert hatte sie die Glockengießerei Otto aus Hemelingen bei Bremen.

Filmstar der 1950er

Die Kirche hatte sogar einen Auftritt im Film. Ein amerikanischer Verlag drehte im November 1957 eine Doku über eine Familie aus Holsterhausen. Darin sieht man den sonntäglichen Kirchgang zu St. Mariä Empfängnis. Auch Einkäufe auf der Gemarkenstraße sind zu sehen.

Seché erlebte das nicht mehr

Josef Seché starb schon am 4. Februar 1901 in Köln, mit nur 49 Jahren. Sein Grab auf dem Friedhof Melaten gibt es nicht mehr. Sein „Holsterhauser Dom“ aber prägt den Stadtteil bis heute. Die Stadt Essen beschreibt den Kirchplatz als beliebten Treffpunkt.

Fazit

Josef Seché war nie Holsterhauser. Trotzdem hat er dem Stadtteil sein wohl bekanntestes Bauwerk geschenkt. Wer an der Gemarkenstraße einkauft, schaut fast automatisch auf seine Kirche.

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