Kennst du das Gefühl, dass Schule manchmal an der echten Welt vorbeigeht? Margret Rasfeld kennt es auch. Sie hat ihr Berufsleben lang daran gearbeitet, Schule anders zu machen. Ein wichtiges Kapitel davon spielte in Holsterhausen.
Vom Labor ins Lehrerzimmer
Margret Rasfeld wurde 1951 in Gladbeck geboren. Sie studierte Biologie und Chemie auf Lehramt. Später bildete sie sich unter anderem in Organisationsentwicklung weiter. Von 1976 bis 1992 unterrichtete sie an verschiedenen Gymnasien in NRW.
Aufbauarbeit in Essen
1992 kam sie nach Essen. Zuerst half sie als didaktische Leiterin beim Aufbau der Gesamtschule Borbeck. 1997 folgte die nächste große Aufgabe. Sie baute die Gesamtschule Holsterhausen auf. Die Schule wurde im selben Jahr gegründet.
Was die Schule besonders machte
Unter ihrer Leitung setzte die Gesamtschule stark auf Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das bedeutet: Kinder und Jugendliche lernen, wie ihr Handeln die Welt beeinflusst. Es geht um Umwelt, Gerechtigkeit und Verantwortung. Die Schule wurde dafür vielfach und hochrangig ausgezeichnet. An der Schule lernen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam. Es gibt in jedem Jahrgang eine Integrationsklasse.
Die Gesamtschule liegt an der Böcklinstraße. Ihre Wurzeln reichen weit zurück: Sie ging aus der Katholischen Schule Holsterhausen I hervor.
Der Schritt nach Berlin
2007 fragten Eltern in Berlin bei ihr an. Rasfeld wechselte in die Hauptstadt. Bis 2016 leitete sie dort die Evangelische Schule Berlin Zentrum. Dort blieb sie bis zu ihrem Ruhestand als Schulleiterin.
Schule im Aufbruch
2012 gründete sie mit Stephan Breidenbach und Gerald Hüther die Initiative „Schule im Aufbruch“. Die Initiative unterstützt Schulen, die sich verändern wollen. Im selben Zeitraum leitete sie im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin eine Arbeitsgruppe zu Gemeinsinn und sozialen Kompetenzen. Seit 2015 ist sie Ashoka-Fellow. Ashoka ist ein weltweites Netzwerk für Menschen, die gesellschaftliche Probleme mit neuen Ideen angehen.
Bücher und Preise
Rasfeld schrieb mehrere Bücher. Bekannt sind „Schulen im Aufbruch – Eine Anstiftung“ aus dem Jahr 2014 und „Frei Day. Die Welt verändern lernen!“ aus dem Jahr 2021. Das erste Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt, darunter Polnisch, Ukrainisch und Koreanisch. Für ihre Arbeit bekam sie unter anderem den Berliner Naturschutzpreis und den Vision Award.
Was bleibt in Holsterhausen
Rasfeld war zehn Jahre lang Gesicht der Gesamtschule Holsterhausen. In dieser Zeit wurde die Schule für Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Genau dieses Thema hat Rasfeld später bundesweit vertreten.
Fazit
Margret Rasfeld hat gezeigt, dass Schule mehr sein kann als Unterricht nach Plan. In Holsterhausen hat sie eine Schule von Grund auf mit aufgebaut. Heute trägt sie ihre Ideen durch ganz Deutschland.

