Böcklinstraße

Wohnstraße im Künstlerviertel mit Gesamtschule und Stadtteilbibliothek

Bildnis von Arnold Böcklin (Rudolf Koller, 1847), Namensgeber der Böcklinstraße
Bild: Rudolf Koller, Public Domain, via Wikimedia CommonsPublic DomainQuelle

Bücher, Schule und ein Maler der Träume: Die Böcklinstraße in Essen-Holsterhausen ist die Adresse der Stadtteilbibliothek im Künstlerviertel.

Es regnet, die Kinder langweilen sich, und du brauchst dringend Nachschub an Lesestoff. In Essen-Holsterhausen heißt die Lösung oft: ab in die Böcklinstraße. Hier liegt die Stadtteilbibliothek. Aber wer war eigentlich der Mann auf dem Straßenschild? Ein Maler, der lieber Träume als Wirklichkeit gemalt hat.

Wer war Arnold Böcklin?

Arnold Böcklin wurde am 16. Oktober 1827 in Basel geboren. Er starb am 16. Januar 1901 in San Domenico bei Fiesole in Italien. Er war Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer. Böcklin gehört zum Symbolismus. Diese Kunstrichtung zeigt nicht einfach, was man sieht. Sie zeigt Stimmungen, Träume und Rätsel.

Sein Leben war eine lange Reise. Er studierte in Düsseldorf, lebte viele Jahre in Rom, später in München, Florenz und Zürich. Seine Bilder sind voller Fabelwesen, Meeresgötter und dunkler Landschaften. Das berühmteste heißt „Die Toteninsel“. Böcklin malte das Motiv zwischen 1880 und 1886 in fünf Fassungen. Eine felsige Insel, hohe Zypressen, ein kleines Boot mit einer weißen Gestalt. Das Bild wurde so beliebt, dass Drucke davon in unzähligen Wohnzimmern hingen.

Auch andere Bilder von ihm sind bis heute bekannt. Im „Selbstbildnis mit fiedelndem Tod“ von 1872 spielt ein Skelett hinter ihm auf der Geige. In „Im Spiel der Wellen“ tollen Meeresfabelwesen durch die Brandung. Und die „Villa am Meer“ zeigt eine einsame Frau vor einem Haus am Wasser. Böcklin mischte Antike, Märchen und Melancholie zu einer ganz eigenen Welt.

Zu Lebzeiten wurde Böcklin gefeiert, aber auch heftig kritisiert. Heute zählt er zu den bekanntesten Schweizer Malern des 19. Jahrhunderts.

Ein Nachzügler im Künstlerviertel

Die Böcklinstraße wurde am 12. Februar 1931 benannt. Damit ist sie deutlich jünger als ihre Nachbarn. Die meisten Straßen im Künstlerviertel bekamen ihre Namen schon um 1902. Nach der Eingemeindung nach Essen sollte damals jeder Teil des Stadtgebiets eine eigene Namensgruppe bekommen. Im Zentrum von Holsterhausen waren es die Maler. Böcklin kam knapp 30 Jahre später dazu. Nach ihm folgten im Viertel nur noch zwei neue Namen: die Raffaelstraße in ihrer heutigen Schreibweise (1959) und die Hans-Thoma-Straße (1977).

Wie ist die Straße heute?

Die Böcklinstraße ist rund 240 Meter lang. Sie verbindet die Rembrandtstraße mit der Cranachstraße. Es gilt Tempo 30, teilweise ist sie Einbahnstraße.

Unter der Hausnummer 27 liegt die Gesamtschule Holsterhausen. Im selben Gebäude ist die Stadtteilbibliothek Holsterhausen untergebracht. Sie gehört zur Stadtbibliothek Essen. Du findest dort Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und kannst in Ruhe lesen oder lernen. Die Bibliothek ist außerdem eine Notinsel für Kinder, die Hilfe brauchen. Aktuelle Öffnungszeiten findest du auf der Seite der Bibliothek.

Eine schöne Geschichte am Rand: Die Rembrandtstraße hieß früher Schulstraße. Dort lag die Katholische Schule Holsterhausen I. Aus ihr ist laut Straßenliste die Gesamtschule Holsterhausen hervorgegangen. Schule hat in dieser Ecke also eine lange Tradition.

Lage und Nachbarschaft

Die Böcklinstraße liegt mitten im Künstlerviertel. Die Cranachstraße bringt dich nach Norden zur Gemarkenstraße mit Cafés, Bäckereien und dem Wochenmarkt am Donnerstagnachmittag. Nach Süden geht es über die Holsterhauser Straße bis zur Hufelandstraße. Auf der Cranachstraße findest du eine Apotheke, eine Kinderarztpraxis und einen Imbiss.

Der Holsterhauser Platz mit Straßenbahnhaltestelle, der Melanchthonkirche und der Skulptur „Die drei Grazien“ ist gut zu Fuß erreichbar. In der Umgebung steht auch die Bronzefigur „Mann aus der Enge hervortretend“ von Waldemar Otto.

Tipp für Familien

Verbinde den Besuch in der Bibliothek mit einem kleinen Kunst-Spaziergang. Such mit den Kindern die Straßenschilder der Maler: Böcklin, Rembrandt, Cranach, Rubens. Zu Hause könnt ihr dann gemeinsam die Bilder nachschlagen. Wer war der mit der Toteninsel? Genau, der von eurer Bücherei. Und wer noch Energie hat, läuft weiter bis zur Gemarkenstraße. Dort wartet zur Belohnung ein Eis oder ein Stück Kuchen.

Fazit

Die Böcklinstraße ist die Bücher-Adresse von Essen-Holsterhausen. Hier liegen Schule und Stadtteilbibliothek unter einem Dach. Ihr Namensgeber hat Träume auf die Leinwand gebracht. Und du kannst dir hier jede Woche neue Geschichten ausleihen.

In dieser Straße

Läden & Orte: Böcklinstraße

Kartendaten und Kacheln © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

Daten teilweise aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL). Fehler gefunden? Sag Bescheid.