Steinhausenstraße
Wohnstraße im Malerviertel mit Dunkelrestaurant und Stolpersteinen

Die Steinhausenstraße verbindet Lenbach- und Kaulbachstraße. Hier gibt es ein Dinner im Dunkeln – und Stolpersteine, die zum Innehalten einladen.
Essen, ohne etwas zu sehen? Klingt verrückt, gibt es aber. An der Steinhausenstraße liegt ein Restaurant, in dem du im Dunkeln isst. Doch die Straße hat noch mehr zu erzählen. Von einem Maler, von Nachbarn und von einer Flucht.
Wer war Wilhelm Steinhausen?
Wilhelm Steinhausen wurde 1846 in Sorau geboren. Die Stadt liegt heute in Polen und heißt Żary. Er starb 1924 in Frankfurt am Main. Steinhausen war Maler und Lithograf. Lithografie ist eine Drucktechnik, bei der auf Stein gezeichnet wird. Von dem Stein kann man dann viele Abzüge drucken.
Seit wann heißt die Straße so?
Die Steinhausenstraße wurde am 26. November 1909 benannt. Am selben Tag bekamen auch die Uhdestraße und die Lauensteinstraße ihre Namen. Alle drei liegen im Malerviertel. Steinhausen lebte damals noch. Er hat seine Straße also selbst erlebt.
Wie ist die Straße heute?
Die Steinhausenstraße ist rund 310 Meter lang. Sie verbindet im Malerviertel die Lenbachstraße mit der Kaulbachstraße. Es ist eine Wohnstraße mit Tempo 30.
An der Steinhausenstraße 26 findest du das Restaurant Finster. Laut öffentlichen Kartendaten bietet es ein „Dinner in the Dark“ an, also ein Essen in völliger Dunkelheit. Das schärft die anderen Sinne. Riechen, Schmecken und Hören werden plötzlich viel wichtiger.
An der Ecke zur Kaulbachstraße liegt außerdem das Elternhaus für krebskranke Kinder. Hier finden Familien ein Zuhause auf Zeit, während ihr Kind im nahen Uniklinikum behandelt wird.
Stolpersteine vor Haus Nr. 47
Vor dem Haus Steinhausenstraße 47 liegen drei Stolpersteine. Sie erinnern an drei Menschen mit dem Namen Grünwald: Fritz Grünwald, Jahrgang 1901, Hanna Grünwald, geborene Mayer, Jahrgang 1905, und Renate Grünwald, Jahrgang 1936. Sie wohnten hier. Laut den Inschriften flohen sie 1938 vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Argentinien. Renate Grünwald trug später den Namen Pfromm.
Stolpersteine liegen vor dem letzten frei gewählten Wohnort verfolgter Menschen. Mehr dazu findest du auf der Seite Stolpersteine in Holsterhausen.
Lage und Nachbarschaft
Die Steinhausenstraße liegt mitten im Malerviertel von Essen-Holsterhausen. An der Lenbachstraße gibt es ein indisches Restaurant und eine Pizzeria. Die Kaulbachstraße führt dich schnell zum Uniklinikum.
Fazit
Die Steinhausenstraße ist ruhig und vielseitig. Hier kannst du im Dunkeln essen, und hier wird an eine Familie erinnert, die fliehen musste. Ein kurzer Stopp an Haus Nr. 47 lohnt sich.
Läden & Orte: Steinhausenstraße
Kartendaten und Kacheln © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)
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