Cranachstraße
Alltagsstraße im Künstlerviertel mit Praxis, Apotheke und Imbiss

Apotheke, Kinderarzt, Imbiss: Die Cranachstraße ist eine Alltagsstraße in Essen-Holsterhausen. Ihr Namensgeber malte Martin Luther.
Dein Kind hat Fieber, der Termin beim Kinderarzt ist gleich, und danach musst du noch in die Apotheke. Wenn du in Essen-Holsterhausen wohnst, führt dich so ein Tag oft auf die Cranachstraße. Hier liegt vieles, was du im Alltag brauchst, auf wenigen hundert Metern. Und über allem steht der Name eines Malers, dessen Bilder du garantiert schon gesehen hast.
Wer war Lucas Cranach der Ältere?
Lucas Cranach der Ältere wurde um 1472 in Kronach in Oberfranken geboren. Er starb 1553 in Weimar. Er war Maler, Grafiker und Buchdrucker der Renaissance. Ab 1505 arbeitete er als Hofmaler für die Kurfürsten von Sachsen in Wittenberg.
In Wittenberg lebte auch Martin Luther. Cranach malte ihn mehrfach. Viele Luther-Bilder, die du aus Schulbüchern kennst, stammen aus seiner Werkstatt. Auch Philipp Melanchthon hat er porträtiert. Die Werkstatt war groß und arbeitete fast wie ein Unternehmen. Nach seinem Tod führte sein Sohn Lucas Cranach der Jüngere sie weiter. Deshalb spricht man oft von der Malerfamilie Cranach. Die Straße in Holsterhausen ist aber nach dem Vater benannt.
Cranach war nicht nur Künstler, sondern auch Geschäftsmann. In Wittenberg besaß er eine Apotheke und eine Druckerei. Er saß im Rat der Stadt und war mehrmals Bürgermeister. Wenn du also an der Cranachstraße in die Apotheke gehst, passt das ganz gut. Zu seinen bekanntesten Bildern zählen seine Darstellungen von Adam und Eva und der „Jungbrunnen“ von 1546.
Ein netter Zufall: Ganz in der Nähe liegen die Melanchthonstraße und die Melanchthonkirche. Maler und Modell sind hier also wieder Nachbarn.
Von der Haardtstraße zur Cranachstraße
Früher hieß die Straße Haardtstraße. Am 16. Mai 1902 bekam sie ihren heutigen Namen. Damit gehört sie zum Kern des Künstlerviertels. An ihr beginnen die Barthel-Bruyn-Straße und die Böcklinstraße. Beide tragen ebenfalls Malernamen.
Wie ist die Straße heute?
Die Cranachstraße ist rund 520 Meter lang. Sie führt von der Gemarkenstraße über die Holsterhauser Straße bis zur Hufelandstraße. Es gilt Tempo 30. Wichtig für Autofahrer: Von der Holsterhauser Straße kommst du nicht in den südlichen Abschnitt. Die Durchfahrt ist baulich gesperrt. Zu Fuß und mit dem Rad ist das kein Problem.
Laut OpenStreetMap und Recherche findest du hier unter anderem:
- das Sonnenstudio Sun X (Nr. 2),
- die Kinderarztpraxis C. Möhlmann / H. Behr (Nr. 4a),
- Amiro’s Reifendienst (Nr. 11a),
- die Holsterhauser Apotheke (Nr. 35),
- den Imbiss Namaste Nonna mit Pizza und indischer Küche (Nr. 44),
- den Friseur Jean Damen & Herren (Nr. 45).
Ein Ort der Erinnerung
Vor dem Haus Cranachstraße 69 liegen Stolpersteine. Sie erinnern an Sophie Ruhr und an Mitglieder der Familie Ladwig. Sophie Ruhr und Betty Ladwig wurden in der NS-Zeit deportiert und ermordet. Andere Familienmitglieder konnten fliehen. Mehr dazu liest du auf der Seite Stolpersteine in Holsterhausen. Bleib kurz stehen, wenn du vorbeikommst.
Lage und Nachbarschaft
Die Cranachstraße ist eine Art Rückgrat des Künstlerviertels. Im Norden triffst du auf die Gemarkenstraße mit Bäckern, Cafés und dem Wochenmarkt am Donnerstagnachmittag. In der Mitte kreuzt die Holsterhauser Straße. Von dort ist es nicht weit zum Holsterhauser Platz mit Straßenbahnhaltestelle. Über die Böcklinstraße erreichst du die Stadtteilbibliothek. Im Süden bringt dich die Hufelandstraße zum Universitätsklinikum.
Übrigens: Die Cranachschule und die Kita Cranachhöfe liegen nicht an der Cranachstraße, sondern an der Rubensstraße.
Tipp: Vom Maler zum Modell
Starte an der Cranachstraße und bieg in die Böcklinstraße ab. Sie führt dich zur Rembrandtstraße. Von dort sind es nur ein paar Schritte zum Holsterhauser Platz. Hier stehen die Melanchthonkirche mit dem bunten Glockenturm von Otto Herbert Hajek und die Skulptur „Die drei Grazien“. In einer Viertelstunde hast du Cranach, Böcklin, Rembrandt und Melanchthon besucht.
Fazit
Die Cranachstraße ist eine echte Alltagsstraße in Essen-Holsterhausen. Arzt, Apotheke, Imbiss und Friseur liegen dicht beieinander. Ihr Namensgeber hat Luther gemalt und eine ganze Malerfamilie begründet. Und die Stolpersteine erinnern daran, wer hier einmal zu Hause war.
Läden & Orte: Cranachstraße
Kartendaten und Kacheln © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)
Nachbarstraßen

Barthel-Bruyn-Straße
Bartholomäus (Barthel) Bruyn der Ältere, Porträtmaler der Renaissance1493–1555Zur Straße
Ladenspelderstraße
Johann Ladenspelder („Johann von Essen“), Maler und Kupferstecherum 1512 – nach 1560Zur Straße
Böcklinstraße
Arnold Böcklin, Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus1827–1901Zur Straße
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Peter Paul Rubens, flämischer Barockmaler und Diplomat1577–1640Zur Straße
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Rembrandt van Rijn, niederländischer Maler des Barock1606–1669Zur Straße
Steinhausenstraße
Wilhelm Steinhausen, Maler und Lithograf1846–1924Zur StraßeDaten teilweise aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL). Fehler gefunden? Sag Bescheid.