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Karl Kremer
1915–2009
Karl Kremer leitete von 1961 bis 1970 die Chirurgische Klinik der Städtischen Krankenanstalten beziehungsweise des Klinikums in Essen-Holsterhausen.
Aus einem städtischen Krankenhaus wird eine Uniklinik: Das passiert nicht über Nacht. In Holsterhausen geschah es Anfang der 1960er-Jahre. Mittendrin war der Chirurg Karl Kremer.
Lehrjahre in Berlin und Düsseldorf
Karl Kremer wurde am 21. November 1915 in Düsseldorf geboren. Er studierte Medizin in München, Leipzig, Wien und Innsbruck. 1942 machte er seinen Doktor. Nach dem Krieg lernte er in Berlin das Handwerk des Chirurgen. 1954 wurde er Oberarzt an der Universitätsklinik der Humboldt-Universität, der heutigen Charité. 1956 wechselte er nach Düsseldorf. Dort habilitierte er sich 1957.
Die Essener Jahre
1961 wurde Kremer Direktor der Chirurgischen Klinik der Städtischen Krankenanstalten Essen. Das Krankenhaus liegt im Süden von Holsterhausen. 1963 wurde es zur zweiten medizinischen Fakultät der Universität Münster. Kremer wurde ordentlicher Professor und blieb Direktor der Chirurgischen Klinik. Damit gehörte er zu den Ärzten, die den Aufbruch zur Uniklinik mitgestaltet haben.
Eine Klinik im Aufbruch
Die frühen 1960er waren eine Zeit großer Fortschritte. 1962 wurde in den Krankenanstalten der erste Herzschrittmacher eingesetzt. Im selben Jahr gab es dort die erste Dialyse. Nach der Umwandlung zur Uniklinik entstanden viele neue Klinikgebäude. Die Chirurgie war mittendrin.
1970 ging Kremer zurück nach Düsseldorf. Dort leitete er die Chirurgische Universitätsklinik bis zu seiner Emeritierung 1986.
Wissen für alle Chirurgen
Kremer schrieb Bücher, die viele Chirurgen kennen. Zusammen mit Horst-Eberhard Grewe gab er ein Standardwerk zur Operationslehre heraus: „Chirurgische Operationen. Ein Atlas für die Praxis“. Außerdem war er Mitherausgeber eines Werks über Zwischenfälle bei und nach Operationen.
Einsatz für Patienten
1975 holte ihn die Ärztekammer Nordrhein in eine neue Gutachterkommission. Sie prüft Vorwürfe über Behandlungsfehler. Kremer half, viele Streitfälle zwischen Patienten und Ärzten ohne Gericht zu klären. Dafür bekam er 1999 die Johannes-Weyer-Medaille der nordrheinischen Ärzteschaft.
Ehrungen
- 1976: Verdienstkreuz 1. Klasse
- 1985: Großes Verdienstkreuz
- Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes
Karl Kremer starb am 25. Juli 2009 in Düsseldorf. Die Universität Düsseldorf würdigte ihn mit einem Nachruf.
Spurensuche in Holsterhausen
Wenn du heute über das Klinikgelände zwischen Hufelandstraße und Virchowstraße gehst, siehst du vor allem moderne Bauten. Die Krankenanstalten von damals wurden im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört und danach neu aufgebaut. Kremer arbeitete also in einer Klinik, die gerade erst wieder gewachsen war.
Weitere Bücher und Orden
Zu Kremers Werken gehört auch „Spezielle Chirurgie für die Praxis“, das er 1969 mit Kollegen veröffentlichte. 1984 gab er „Die chirurgische Poliklinik“ mit heraus. Kremer war gläubiger Katholik. 1968 wurde er in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen, zuletzt war er dort Großoffizier. Papst Paul VI. verlieh ihm außerdem den Gregoriusorden.
Fazit
Karl Kremer war nur rund zehn Jahre in Essen. Doch diese Jahre waren entscheidend. Er leitete die Chirurgie genau in der Zeit, in der das Krankenhaus in Holsterhausen zur Uniklinik wurde.

