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Walter Sartorius
1875–1937
Walter Sartorius wurde 1875 im später nach Essen eingemeindeten Holsterhausen geboren.
Hast du schon mal von Planegg gehört? Der Ort liegt südwestlich von München im Würmtal. Wer dort durch die Straßen läuft, sieht viele Häuser eines Architekten, der in Holsterhausen zur Welt kam.
Start in Holsterhausen
Walter Sartorius wurde am 11. Mai 1875 geboren. Holsterhausen gehörte damals noch nicht zu Essen. Erst 1901 kam der Ort mit der Bürgermeisterei Altendorf zur Stadt. Sartorius studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Stuttgart. Dort wurde er Mitglied einer Studentenverbindung, des Corps Bavaria.
Mit 23 nach Bayern
Schon mit 23 Jahren zog er nach Planegg. Dort baute er sich einen Namen auf. Bekannt wurde er vor allem für Villen. Man nennt seinen Stil modern-historisierend. Das heißt: Er griff alte Bauformen auf und verband sie mit Ideen seiner Zeit.
Seine Bauten
Viele seiner Häuser stehen in Pasing und in den Würmtal-Gemeinden Planegg, Krailling, Stockdorf und Gauting. Einige Beispiele:
- 1902: ein Schulhaus in Planegg
- 1907: das Alte Rathaus in Planegg
- 1910: mehrere Villen in Pasing und Solln
- 1914: eine Villa in Gauting für Fritz Pahl, den Leibarzt der Familie Krupp
Die Villa für den Krupp-Arzt ist ein schöner Zufall. Denn Krupp prägte ja auch Holsterhausen, zum Beispiel mit der Siedlung Alfredshof.
Mehr als nur Häuser
Sartorius wollte das Bild seiner neuen Heimat schützen. 1907 gründete er den Würmtalverein. Der Verein setzte sich dafür ein, das traditionelle Ortsbild zu bewahren. Außerdem war er Vorstand einer Baugesellschaft für Familienhäuser und Villen.
Das passt gut zu heute. Auch in Holsterhausen diskutieren Nachbarn darüber, wie ihr Viertel aussehen soll. Was bleibt? Was wird neu gebaut? Sartorius hat sich diese Fragen schon vor über hundert Jahren gestellt.
Erinnerung
Walter Sartorius starb am 2. Mai 1937 in seinem Wohnhaus in Planegg. Seit 1994 erinnert dort die Walter-Sartorius-Straße an ihn. In Essen ist er dagegen kaum bekannt. Das Stadtteilportal will das ändern. Und falls du mal im Münchner Umland bist: Ein Spaziergang zum Alten Rathaus in Planegg lohnt sich.
Holsterhausen zu seiner Zeit
Wie sah der Ort aus, in dem Sartorius aufwuchs? Holsterhausen bildete mit Altendorf und Frohnhausen das sogenannte Dreibauerschaftsquartier. 1874 entstand daraus die Bürgermeisterei Altendorf. Der Name Holsterhausen erinnert an die Lage am Wald: „die am Holze hausten“. Mit Bergbau und Krupp wuchs die Gegend damals rasant. Aus Feldern wurden Straßen und Wohnhäuser.
Weitere Werke von Sartorius sind das evangelische Pfarrhaus in Planegg und eine Reihenhausgruppe an der Thürheimstraße. Auch eine Villa an der Carossastraße in Pasing stammt von ihm.
Fazit
Walter Sartorius nahm Holsterhausen als Geburtsort mit nach Bayern. Dort baute er Villen, Schulen und ein Rathaus. Seine Häuser prägen das Würmtal bis heute.

