Kopfschmerzen, Bandscheibe, Tumor im Gehirn: Wenn es ernst wird, kommen Neurochirurgen ins Spiel. In Essen ist ein Name eng mit diesem Fach verbunden. Wilhelm Grote leitete die Neurochirurgische Klinik am Uniklinikum. Und er wohnte nur ein paar Straßen weiter, in Holsterhausen.
Was macht eigentlich ein Neurochirurg?
Neurochirurgen operieren am Nervensystem. Dazu gehören Gehirn, Rückenmark und Nerven. Das ist Präzisionsarbeit. Schon kleinste Fehler können große Folgen haben. Wer in diesem Fach eine Klinik leitet, trägt viel Verantwortung. Er muss außerdem junge Ärztinnen und Ärzte ausbilden.
Ein Leben für die Klinik
Wilhelm Grote wurde 1923 geboren. Er arbeitete als Neurochirurg und Hochschullehrer. Am Klinikum Essen wurde er Direktor der Neurochirurgischen Klinik. Ab 1968 hatte er dort einen Lehrstuhl. Das heißt: Er war Professor und verantwortlich für Forschung und Lehre in seinem Fach.
Eine Klinik im Wandel
Das Klinikum erlebte in diesen Jahrzehnten viele Umbrüche. Es hieß früher Städtische Krankenanstalten. 1958 bekam es eine neurologische Abteilung. 1963 wurde daraus eine Uniklinik, zunächst als Fakultät der Universität Münster. 1967 kam das Klinikum zur neuen Ruhr-Universität Bochum. 1972 wechselte es zur neuen Gesamthochschule Essen. Heute gehört es zur Universität Duisburg-Essen. Für einen Klinikchef hieß das: viele Neuanfänge, viele Neubauten, viele neue Strukturen.
Sein Erbe: die Schüler
Ein Arzt wirkt auch durch die Menschen, die er ausbildet. Ein Beispiel ist Klaus Roosen. Er lernte die Neurochirurgie bei Wilhelm Grote am Uniklinikum Essen. Später leitete Roosen fast zwei Jahrzehnte die Neurochirurgische Universitätsklinik in Würzburg. So wanderte Wissen aus Holsterhausen in andere Städte.
Anerkennung
2001 erhielt Grote die Wilhelm-Tönnis-Medaille. Sie ist nach Wilhelm Tönnis benannt, einem der Begründer der Neurochirurgie in Deutschland. Die Ehrung zeigt, welchen Stellenwert Grote in seinem Fach hatte.
Nachbar der eigenen Klinik
Grote lebte in Essen-Holsterhausen. Das ist kein Zufall. Das Uniklinikum liegt im Süden des Stadtteils, an der Hufelandstraße und der Virchowstraße. Laut Stadt Essen ist Holsterhausen wegen der direkten Verbindung zur Uni besonders bei Studierenden beliebt. Die Straßen rund um die Klinik tragen übrigens oft Namen berühmter Mediziner, etwa Billroth, Esmarch oder Graefe. Grote passt also gut in diese Nachbarschaft. Er starb 2003.
Ein Riese mitten im Stadtteil
Wie groß das Klinikum ist, vergisst man leicht. In rund 60 Gebäuden arbeiten mehr als 8000 Menschen. Pro Jahr werden rund 55.000 Menschen stationär behandelt. Seit 1974 liegt auch die LVR-Universitätsklinik für Psychiatrie auf dem Gelände. 2005 kam das Westdeutsche Kopfschmerzzentrum dazu. Die Neurochirurgie ist ein wichtiger Baustein in diesem großen Netz aus Kliniken und Instituten.
Fazit
Wilhelm Grote prägte die Neurochirurgie in Essen über viele Jahre. Er bildete Nachwuchs aus, der später selbst Kliniken leitete. Und er war einer von vielen Klinikmenschen, die Holsterhausen ihr Zuhause nannten.


