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Emil Jung
1882–1964
Emil Jung entwarf beide Kirchen St. Stephanus in Essen-Holsterhausen und war an Kloster und Schule B.M.V. in Holsterhausen beteiligt.
Eine runde Kirche mit einer großen Rosette wie bei einer mittelalterlichen Kathedrale. Daneben ein Turm wie ein italienischer Campanile. So sah St. Stephanus in Holsterhausen aus. Entworfen hat sie Emil Jung.
Ein echter Essener
Emil Jung wurde am 26. Januar 1882 in Essen geboren. Sein Vater war Gastwirt. 1902 machte er Abitur am Burggymnasium. Danach studierte er Architektur in Berlin-Charlottenburg, München und Stuttgart. Er wurde Regierungsbaumeister und reiste nach Italien, Frankreich und in die Niederlande. 1913 fing er beim Stadterweiterungsamt in Essen an. Im Ersten Weltkrieg diente er als Beobachtungsoffizier bei der Luftschiffertruppe. Außerdem erhielt er den päpstlichen Silvesterorden. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er über 40 Jahre als freier Architekt in seiner Heimatstadt.
Spuren in Holsterhausen
St. Stephanus
1930 wurde aus der Gemeinde St. Mariä Empfängnis ein neuer Seelsorgebezirk abgetrennt: St. Stephanus. Die erste Kirche entwarf Emil Jung. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Für den Neubau von 1953 plante Jung erneut. Es entstand eine Rundkirche mit Rosette. Der Turm stand etwas abseits und war über einen Säulengang mit der Kirche verbunden. Fachleute bescheinigten dem Bau Denkmalqualität.
2008 fand in St. Stephanus der letzte Gottesdienst statt. Danach wurde das Gebäude verkauft und später abgerissen. Die Straße An St. Stephan erinnert noch an die Kirche.
Die B.M.V.-Schule
1931 zogen Kloster und Schule der Augustiner-Chorfrauen nach Holsterhausen. Der Grundstein für Kloster und Oberlyzeum wurde am 22. Juni 1930 gelegt. Emil Jung war an den Entwürfen beteiligt. Die B.M.V.-Schule liegt bis heute an diesem Standort.
Weitere Bauten in Essen
Jung prägte viele Orte in Essen. Ein paar Beispiele:
- 1937: das Krankenhaus an der Lazarettstraße, Vorläufer des heutigen Alfried Krupp Krankenhauses
- 1955: das Heroldhaus in der Innenstadt
- 1960: St. Ignatius im Südviertel, die Kirche des ehemaligen Jesuitenklosters
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Jung außerdem lange am Wiederaufbau des Essener Münsters. Auch in Kettwig baute er Kirchen und Kapellen.
Warum er wichtig ist
Emil Jung stand für eine Zeit, in der Essen nach dem Krieg neu aufgebaut werden musste. Holsterhausen war damals das größte zusammenhängende Wiederaufbaugebiet Westdeutschlands. Kirchen wie St. Stephanus gaben den Menschen in dieser Zeit einen Ort der Gemeinschaft.
Emil Jung starb am 30. November 1964 in Essen. Er liegt auf dem Friedhof an St. Markus in Bredeney begraben.
Fazit
Emil Jung hat Holsterhausen gleich zweimal geprägt: mit St. Stephanus und mit der B.M.V.-Schule. Die Kirche gibt es nicht mehr, die Schule schon. Und der Straßenname An St. Stephan hält die Erinnerung wach.


