
Foto: Vogelfreir, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia CommonsCC BY-SA 4.0Quelle
Gerhard Meyer-Schwickerath
1920–1992
Gerhard Meyer-Schwickerath leitete von 1959 bis 1985 die Augenklinik am heutigen Universitätsklinikum Essen in Holsterhausen, wo ein Platz nach ihm benannt ist.
Du läufst über das Gelände des Uniklinikums und stehst plötzlich auf dem Gerhard-Meyer-Schwickerath-Platz. Wer war dieser Mann mit dem langen Namen? Die kurze Antwort: ein Augenarzt, der mit Licht Geschichte schrieb.
Die Idee mit dem Licht
Gerhard Meyer-Schwickerath wurde am 10. Juli 1920 in Elberfeld geboren. Er studierte Medizin und arbeitete nach dem Krieg in Hamburg. 1946/47 machte er eine wichtige Beobachtung. Eine Netzhautablösung kam an einer Narbe auf der Netzhaut zum Stillstand. Er fragte sich: Kann man so eine Narbe gezielt mit Licht erzeugen?
Sonnenlicht im OP
1949 probierte er es aus. Auf dem Dach der Hamburger Augenklinik stand ein selbst gebautes Gerät. Es bündelte Sonnenlicht und leitete es über Spiegel in den OP. Ein Mitarbeiter rief vom Dach, wie die Wolken zogen. Klingt abenteuerlich, funktionierte aber. Es war die erste erfolgreiche Behandlung dieser Art. Später baute er mit Carl Zeiss ein Gerät mit einer starken Lampe. So war er nicht mehr von der Sonne abhängig.
Heute nutzt man dafür Laser. Das Prinzip aber stammt von ihm. Es hilft etwa bei Vorstufen der Netzhautablösung oder bei Augenschäden durch Diabetes.
Essen und Holsterhausen
1959 kam Meyer-Schwickerath an die Städtischen Krankenanstalten Essen. Die liegen im Süden von Holsterhausen. Er leitete dort die Augenklinik bis 1985. Zusammen mit anderen setzte er sich dafür ein, dass aus dem Krankenhaus eine Uniklinik wurde. 1963 war es so weit.
Weltweit bekannt
Sein Ruf reichte weit über Essen hinaus. Er war Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Er wurde dreimal für den Nobelpreis vorgeschlagen. Zu seinen bekanntesten Patienten gehörte der Dirigent Leonard Bernstein.
Ehrungen
- 1978: Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste
- 1981: Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
- 1989: Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen
Seit 2001 hält das Uniklinikum jedes Jahr eine Meyer-Schwickerath-Vorlesung. 2011 bekam ein Platz auf dem Klinikgelände seinen Namen: der Gerhard Meyer-Schwickerath Platz. Er starb am 20. Januar 1992 in Essen.
Zum Anfassen: das erste Gerät
Teile seines Sonnenlicht-Geräts von 1949 kannst du heute sehen. Das Deutsche Museum Bonn zeigt sie als Leihgabe von Carl Zeiss. 1969 wurde er in die Leopoldina gewählt, die Nationale Akademie der Wissenschaften. Ein amerikanischer Fachkollege zählte ihn 2007 zu den legendären Namen seines Fachs. Sogar eine seltene Erkrankung trägt seinen Namen. Und in der nördlichen Essener Innenstadt gibt es außerdem eine Straße, die nach ihm benannt ist.
Fazit
Gerhard Meyer-Schwickerath fing das Licht ein, um Augen zu retten. Er prägte die Augenheilkunde weltweit und das Uniklinikum in Holsterhausen ganz direkt. Sein Platz erinnert jeden Tag daran.

