Stadtteil-Wissen

Welche Rolle spielt das Universitätsklinikum für Essen-Holsterhausen?

Kurze Antwort

Das Universitätsklinikum Essen ist der größte Arbeitgeber im Stadtteil und prägt Holsterhausen stark. Mehr als 8.000 Beschäftigte, dazu täglich Patientinnen, Patienten und Besucher. Rundherum ist ein dichtes Netz aus Praxen und Apotheken entstanden. Die Nachfrage nach Wohnraum in Fußnähe ist dauerhaft hoch.

Wie groß ist das Klinikum?

Das Gelände liegt im Süden von Holsterhausen und reicht vom Hohlweg bis zur Hufelandstraße. Darauf stehen rund 60 Gebäude. Darin arbeiten 27 Kliniken und 24 Institute.

Zahlen des Klinikums

  • mehr als 8.000 Beschäftigte
  • rund 55.000 stationäre Behandlungen pro Jahr
  • rund 300.000 ambulante Behandlungen pro Jahr
  • Schwerpunkte: Herz und Kreislauf, Transplantation, Onkologie, Neurowissenschaften

Das Westdeutsche Tumorzentrum auf dem Gelände wurde als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet. Mehr zum Standort steht auf der Ortsseite Universitätsklinikum Essen.

Warum gibt es hier so viele Praxen?

Rund um ein Klinikum dieser Größe siedeln sich Fachpraxen, Labore, Sanitätshäuser und Apotheken an. Kurze Wege zu Kolleginnen und Kollegen, gemeinsame Patientenwege, gute Erreichbarkeit – das zieht Niederlassungen an. Holsterhausen hat dadurch eine der höchsten Praxisdichten in Essen.

Angelegt war das früh. Nach der Eingemeindung 1901 benannte die Stadt die Straßen rund um das damalige städtische Krankenhaus nach Medizinern. Am 16. Mai 1902 bekamen sechs Straßen auf einen Schlag ihre Namen, darunter die Hufelandstraße und die Virchowstraße. Wer dahinter steckt, steht auf der Seite Ärzte- und Forscherviertel.

Wie ist das Klinikum entstanden?

Die Geschichte beginnt mit einem Ratsbeschluss und endet in einer Universitätsmedizin:

  1. 1905: die Stadtverordnetenversammlung beschließt den Bau eines großen Krankenhauses
  2. 1909: die Städtischen Krankenanstalten öffnen mit 481 Betten
  3. 1962: erster Herzschrittmacher und erste Dialyse am Haus
  4. 1963: die Krankenanstalten werden zweite medizinische Fakultät der Universität Münster
  5. 1972: Anbindung an die neue Gesamthochschule Essen
  6. 2001: eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts

Heute gehört das Klinikum zur Universität Duisburg-Essen. Der Augenarzt Gerhard Meyer-Schwickerath entwickelte hier die Lichtkoagulation der Netzhaut. Mehr dazu im Beitrag Geschichte des Universitätsklinikums.

Was bedeutet das Klinikum für den Wohnungsmarkt?

Es sorgt für eine Nachfrage, die kaum schwankt. Beschäftigte im Schichtdienst wollen zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung ziehen für einige Jahre her. Angehörige suchen kurzfristig eine Unterkunft in Kliniknähe.

Das stützt kleine und mittlere Wohnungen im Süden des Stadtteils besonders. Für Eigentümer heißt das stabile Vermietbarkeit, für Suchende heißt es Konkurrenz. Was in welcher Lage realistisch ist, steht auf Wohnen am Uniklinikum.

Wie wirkt sich der Klinikverkehr auf das Viertel aus?

Spürbar. Rettungsfahrzeuge, Besucherverkehr, Lieferungen und Schichtwechsel erzeugen einen eigenen Tagesrhythmus. Die Parkplatzsuche rund um das Gelände ist schwierig, und der Parkdruck verteilt sich in die angrenzenden Wohnstraßen.

Für die meisten ist Bus und Bahn deshalb die bessere Wahl. Wer hier arbeitet, findet Hinweise zu Wegen, Randzeiten und Rad auf der Seite Arbeiten am Uniklinikum. Dort geht es auch darum, was das Viertel abends und am Wochenende bietet.

Der Verkehr hat aber auch eine gute Seite. Weil so viele Menschen täglich ins Viertel kommen, tragen sich Bäckereien, Imbisse, Apotheken und Cafés im Süden, die es in einem reinen Wohnquartier dieser Größe nicht gäbe. Der Stadtteil profitiert also doppelt: als Arbeitsort und als Nahversorgungsstandort.

Häufige Nachfragen

Ist das Klinikum der größte Arbeitgeber in Holsterhausen?

Ja. Mit mehr als 8.000 Beschäftigten ist es der mit Abstand größte Arbeitgeber im Stadtteil und einer der größten in Essen. Dazu kommen Beschäftigte in den umliegenden Praxen und Dienstleistern.

Gehört das Klinikum zur Stadt Essen?

Nicht mehr. Hervorgegangen ist es aus den Städtischen Krankenanstalten, seit 2001 ist es eine eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts und gehört zur Universität Duisburg-Essen.

Lohnt sich eine Wohnung in Kliniknähe als Anlage?

Die Nachfrage ist stabil, das spricht dafür. Entscheidend bleiben aber Zustand, Energiewert, Grundriss und Kaufpreis des konkreten Objekts. Lage allein macht noch keine Rendite, und kleine Wohnungen haben höhere Verwaltungskosten.

Fazit

Ohne das Uniklinikum wäre Holsterhausen ein anderer Stadtteil: weniger Praxen, weniger Verkehr, weniger Nachfrage nach kleinen Wohnungen. Wer hier wohnt, arbeitet oder investiert, sollte diesen Faktor mitdenken.