Schederhofstraße

Breite Gewerbe- und Einkaufsachse im Norden

Spielplatz der Kruppschen Arbeiterkolonie Schederhof im Essener Westen um 1900
Foto: unbekannt, Public Domain, via Wikimedia CommonsPublic DomainQuelle

Baumarkt, Supermarkt, Padel und Autohandel: Die Schederhofstraße ist die Gewerbeachse im Norden von Holsterhausen – mit uralter Hofgeschichte.

Samstagmorgen, Einkaufsliste in der Hand: Farbe, Laminat, Wocheneinkauf. Und danach vielleicht noch eine Runde Padel? Auf der Schederhofstraße klappt das alles an einem Vormittag. Sie ist die große Gewerbeachse im Norden von Holsterhausen. Ihr Name ist aber viel älter als Baumärkte und Autohäuser. Er reicht fast 600 Jahre zurück.

Woher kommt der Name?

Die Straße ist nach einem Bauernhof benannt, dem Schederhof. Schon 1437 wurde ein Johan up dem Berge mit dem Gut „op der Schede“ belehnt. Das Gut gehörte zum Hof Ehrenzell, dem alten Kern der Gegend. 1668 war der Hof rund 15 Morgen groß. Ein Morgen war etwa so viel Land, wie man an einem Vormittag pflügen konnte.

1706 erbten die Augustiner Chorfrauen der Congregatio Beatae Mariae Virginis in Essen den Hof. Diesen Orden gibt es bis heute in Holsterhausen, mit dem Kloster an der Bardelebenstraße. 1841 wurde der Hof ihr uneingeschränktes Eigentum. 1864 verkauften sie ihn an die Firma Krupp.

Die Arbeiterkolonie Schederhof

Krupp baute ab 1874 auf dem Gelände die Arbeiterkolonie Schederhof. Hier wohnten Beschäftigte der nahen Krupp-Werke. Von dieser Kolonie ist heute nichts mehr erhalten. Die Straße hieß früher Wilhelmstraße. Am 16. Mai 1902 bekam sie den Namen Schederhofstraße.

Wie ist die Straße heute?

In Holsterhausen ist die Schederhofstraße rund 950 Meter lang. Sie führt von der Frohnhauser Straße nach Osten bis zur Straße Am EUROPA-CENTER. Im Westen geht sie in die Kerckhoffstraße über. Sie ist breit ausgebaut, mit bis zu fünf Spuren und Tempo 50. Busse fahren hier, eine Haltestelle heißt Schederhofstraße.

Rund um die Straße liegt das Schederhofviertel mit Handel und Kleingewerbe. Laut öffentlichen Kartendaten findest du an der Schederhofstraße unter anderem:

  • einen Bauhaus-Baumarkt (Nr. 129),
  • einen ALDI-Nord-Supermarkt (Nr. 125),
  • einen Fachmarkt für Bodenbeläge (Nr. 123),
  • eine A.T.U-Autowerkstatt (Nr. 105),
  • zwei Autohändler (Nr. 62 und 64),
  • ein Lager zum Mieten (Nr. 59),
  • die Padel-Halle The Padellers (Nr. 59),
  • eine Dienststelle der Stadt Essen für Staatsangehörigkeits- und Ausländerangelegenheiten (Nr. 45).

Im Schederhofviertel stand bis Mitte 2020 auch das Druckhaus der Funke Mediengruppe. Das Areal wurde 2021 verkauft und wird seitdem neu genutzt.

Lage und Nachbarschaft

Die Schederhofstraße bildet einen Teil der Nordgrenze von Essen-Holsterhausen. Im Osten erreichst du das Europa-Center. Die Münchener Straße mündet in die Schederhofstraße. Dort gibt es eine Boulderhalle, Werkstätten und Imbisse. Im Westen geht es nach Frohnhausen, im Osten Richtung Westviertel und Innenstadt.

Fazit

Die Schederhofstraße ist keine Flaniermeile. Sie ist die Einkaufs- und Gewerbeachse im Norden von Holsterhausen. Baumarkt, Supermarkt, Werkstatt und Padel liegen hier dicht beieinander. Und unter dem Asphalt steckt die Geschichte eines Hofes, der schon im Mittelalter erwähnt wurde.

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