Bramkampstraße
Wohnstraße an der Grenze zu Frohnhausen
Eine Straße, zwei Stadtteile: Die Bramkampstraße bildet die Grenze zwischen Holsterhausen und Frohnhausen. Ihr Name geht auf einen alten Kotten zurück.
Wohnst du an der Bramkampstraße, ist die Frage „Holsterhausen oder Frohnhausen?“ gar nicht so leicht. Die Straße bildet auf ihrer ganzen Länge die Grenze zwischen den beiden Stadtteilen. Und ihr Name ist älter als fast alle anderen Straßennamen in Essen-Holsterhausen. Er erzählt von einer Zeit, als hier noch Kötter ihre Felder bestellten.
Was ist ein Kotten?
Ein Kotten war ein kleiner Bauernhof. Oft gehörte dazu nur ein einfaches Haus und ein Stück Land. Die Menschen, die dort lebten, nannte man Kötter. Viele Kotten entstanden, als man Land von größeren Höfen abtrennte. Genau so war es beim Bramkamp.
Die Geschichte des Kottens Bramkamp
Der Kotten Bramkamp war ein abgetrennter Teil des Wientgenhofs in Frohnhausen. Er lag an der Ecke der heutigen Adelkampstraße und Bramkampstraße. Der Wientgenhof war ein sogenanntes Behandigungsgut. Das bedeutet: Eine Familie bekam den Hof nach altem Essener Recht zur Nutzung übertragen. Der Hof gehörte zum Oberhof Ehrenzell.
Lange lag der Wientgenhof in den Händen der Familie Cocy. 1751 verkaufte sie mit Erlaubnis der Fürstäbtissin eine Hälfte des Hofs. Die andere Hälfte blieb bei den Cocys. Dazu gehörten drei Kotten: Bramkamp, Duvenkamp und Schmidt. Die Kötter waren Pächter der Familie. Erst im 19. Jahrhundert bekamen sie Eigentumsrechte an den Kotten, die sie bewirtschafteten.
In der Mutterrolle von 1807, einer Art frühem Grundbuch, wird Heinrich Bramkamp als Besitzer genannt. Sein Kotten war rund sechs Morgen groß. Als letzter Bewirtschafter taucht Johann Heinrich Bramkamp in den Quellen auf. Seine Witwe heiratete später in vierter Ehe den Ackerer Lambert Messing. Mehr steht auch beim kleinen Nachbarn Bramkamphof.
Eine der ältesten Straßen im Stadtteil
Die Bramkampstraße bekam ihren Namen schon vor 1874. Damals gehörte Holsterhausen noch zur Bürgermeisterei Altendorf. Erst 1901 kam der Stadtteil zu Essen. In der Liste der Holsterhauser Straßen gehört sie damit zu den vier ältesten Benennungen, zusammen mit der Gemarkenstraße, der Frohnhauser Straße und der Kaupenstraße. Die meisten anderen Straßen bekamen ihre Namen erst um 1902, als Maler, Ärzte und Juristen auf die Schilder kamen. Mehr dazu im Straßen-Lexikon.
Bis zum 21. Oktober 1938 schrieb man den Namen mit h: „Brahmkampstraße“. Dann wurde die Schreibweise angepasst. Das gilt auch für den Bramkamphof, der seinen Namen 1936 bekam. Ein kleines Detail am Rande: Zu den späteren Besitzern der umgebauten Windmühle an der Windmühlenstraße gehörte ein Wirt namens Brahmkamp. Ob er mit dem Kotten verbunden war, verraten die Quellen nicht.
Wie ist die Straße heute?
Die Bramkampstraße ist rund 500 Meter lang. Sie führt von der Straße Am Mühlenbach nach Norden bis zur Kämpenstraße. Es gilt Tempo 30. Sie ist vor allem eine Wohnstraße. Geschäfte oder Lokale sind laut OpenStreetMap direkt an der Bramkampstraße nicht eingetragen.
Unterwegs zweigt nach Osten der kurze Bramkamphof ab. Von der Hausackerstraße kommt die Straße Frettholz herunter und trifft im Mühlenbachtal auf die Bramkampstraße. Frettholz war einst ein Ortsteil im großen Waldgebiet der Frohnhauser Mark. Alte Flurnamen liegen hier also dicht beieinander. Mehr dazu liest du unter Höfe, Flurnamen und alte Wege.
Lage und Nachbarschaft
Im Norden setzt die Kämpenstraße die Bramkampstraße fort. Auch ihr Name ist ein alter Flurname. Dort findest du zum Beispiel eine Tankstelle und das Lokal Roll & Dine. Die Hausackerstraße ist Teil der Landesstraße L20 und bringt dich schnell zur Kaulbachstraße und weiter zum Uniklinikum.
Im Süden beginnt das Grün. Das Mühlbachtal rund um den Borbecker Mühlenbach ist eine der grünen Ecken von Holsterhausen. Hier kannst du spazieren gehen, joggen oder einfach durchatmen. Richtung Westen liegt Frohnhausen mit seinem eigenen Zentrum. Richtung Osten geht es ins Herz von Holsterhausen mit Gemarkenstraße und Holsterhauser Straße.
Leben an der Grenze
Stadtteilgrenzen merkst du im Alltag kaum. Für Statistiken und Zuständigkeiten spielen sie eine Rolle. Für das Leben an der Bramkampstraße eher nicht. Du kaufst in Frohnhausen ein, gehst in Holsterhausen spazieren und bist in beiden Vierteln zu Hause.
Fazit
Die Bramkampstraße verbindet zwei Stadtteile und zwei Zeiten. Ihr Name erinnert an einen Kotten, dessen Spuren bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Heute ist sie eine ruhige Wohnstraße zwischen Mühlenbachtal und Kämpenstraße. Ein Ort, an dem Essen-Holsterhausen und Frohnhausen ineinander übergehen.
Nachbarstraßen
Demrathkamp
Demrath, Essener Familien- und Flurname (Demrathskamp)Zur StraßeBramkamphof
Bramkamp, Name eines alten Kottens (kleiner Bauernhof)Zur StraßeFrettholz
Frettholz, Flurname (Ortsteil im Waldgebiet der Frohnhauser Mark)Zur Straße
Am Mühlenbach
Borbecker MühlenbachZur Straße
Gemarkenstraße
Frohnhauser Mark (Gemark), früher gemeinschaftlich genutztes LandZur StraßeHalbe Höhe
Lagebezeichnung: „auf halber Höhe“ des Anstiegs an der Hohen WarteZur StraßeDaten teilweise aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL). Fehler gefunden? Sag Bescheid.