Rüscherie
Kurze Einbahn-Wohnstraße im Malerviertel
Rüscherie – kein Maler, kein Arzt, kein Jurist. Der ungewöhnliche Straßenname erinnert an einen alten Kotten im Malerviertel.
Rembrandt, Kaulbach, Piloty – und dann: Rüscherie. Wer durch das Malerviertel spaziert, stolpert über diesen Namen. Er klingt fast französisch. Aber er hat mit Kunst gar nichts zu tun. Er führt dich zurück in eine Zeit, als hier noch Bauern und Kötter lebten.
Woher kommt der Name?
Die Rüscherie ist nach einem Kotten benannt. Ein Kotten war ein kleines Bauernhaus mit etwas Land. Die Menschen, die dort lebten, nannte man Kötter. Sie hatten meist nur wenig Besitz und verdienten sich oft etwas dazu.
Der Kotten hieß Rüscherei. Ein Kötter mit diesem Namen wird schon 1795 in alten Unterlagen erwähnt. Das Land gehörte damals einem Bauern namens Steinfurth. Aus „Rüscherei“ wurde im Straßennamen dann „Rüscherie“.
Von der Mintropstraße zur Rüscherie
Die Straße hieß früher Mintropstraße. Am 14. November 1935 bekam sie ihren heutigen Namen. Damit erinnert sie an die Zeit, bevor Holsterhausen ein dicht bebauter Stadtteil wurde. Um 1800 lagen hier noch Felder, Höfe und Kotten. Erst mit dem Bergbau und der Industrie wuchs der Ort schnell.
Wie ist die Straße heute?
Die Rüscherie ist rund 140 Meter lang. Sie verbindet die Kaulbachstraße mit der Pilotystraße. Sie ist eine Einbahnstraße. Geschäfte sind für die Rüscherie in den öffentlichen Kartendaten nicht eingetragen. Es ist eine ruhige Wohnstraße.
An der Kaulbachstraße nebenan findest du eine Pizzeria, einen Kiosk und einen Imbiss mit Pizza und Salaten. Außerdem liegt dort das Elternhaus für krebskranke Kinder. Familien können hier wohnen, während ihr Kind im nahen Uniklinikum behandelt wird.
Lage und Nachbarschaft
Die Rüscherie liegt im Süden des Malerviertels von Essen-Holsterhausen. Rundherum tragen die Straßen Namen von Malern: Pilotystraße, Ittenbachstraße, Müllerstraße und Steinhausenstraße. Die Rüscherie ist mittendrin die Ausnahme. Sie erinnert an die Menschen, die hier lebten, lange bevor es das Malerviertel gab.
Über die Kaulbachstraße erreichst du schnell die Hufelandstraße und das Universitätsklinikum. Richtung Westen geht es nach Frohnhausen. Und nach Süden öffnet sich die Gegend Richtung Mühlenbachtal.
Fazit
Die Rüscherie ist eine kleine Straße mit einem ungewöhnlichen Namen. Kein Maler, kein Arzt, kein Jurist steht dahinter, sondern ein alter Kotten. Sie zeigt, dass Holsterhausen einmal ein ländlicher Ort war. Ein schönes Stück Heimatgeschichte mitten im Malerviertel.
Nachbarstraßen

Schederhofstraße
Schederhof, historischer Bauernhof (1437 erwähnt)Zur Straße
Kaupenstraße
Kaupe, historisches Sammelbecken für Quellwasser der LimbeckeZur StraßeWindmühlenstraße
Windmühle, 1871–1899 an der Ecke Kaulbachstraße in BetriebZur Straße
Kahrstraße
Alte Wegbezeichnung „Kahrgate“ (Kahrweg), 1827 erwähntZur StraßeIn der Täpperie
Familie Täpper, aus der der Essener Heimatdichter Wilhelm Täpper stammte1845–1905 (Wilhelm Täpper)Zur Straße
Hohlweg
Lage an einem Hohlweg (1668 als „Hollenweg“ erwähnt)Zur StraßeDaten teilweise aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL). Fehler gefunden? Sag Bescheid.