Henry Wickenburg: vom Holsterhauser Hof in den Wilden Westen
Eine Stadt in Arizona trägt seinen Namen: Henry Wickenburg wurde in Holsterhausen geboren und machte sein Glück im Wilden Westen.

Stell dir vor, du fährst durch die Wüste von Arizona. Kakteen, rote Felsen, flirrende Hitze. Dann taucht ein Ortsschild auf: Wickenburg. Klingt irgendwie deutsch, oder? Ist es auch. Und die Spur führt direkt nach Holsterhausen.
Ein Junge aus Holsterhausen
Henry Wickenburg wurde 1819 geboren. Sein Name war damals noch Johannes Henricus Wickenburg. Sein Geburtsort: Holsterhausen. So steht es in der Liste der Persönlichkeiten im Wikipedia-Artikel über den Stadtteil.
Holsterhausen war zu dieser Zeit noch kein Stadtviertel. Es war eine ländliche Bauerschaft mit verstreuten Höfen, Feldern und Wald. Die Industrialisierung stand erst am Anfang. Die großen Fabriken von Krupp und die vielen Zechen kamen erst später. Mehr zu dieser Zeit liest du in der Geschichte von Holsterhausen.
Aufbruch nach Amerika
1847 wanderte Wickenburg in die Vereinigten Staaten aus. Damit war er nicht allein. Im 19. Jahrhundert verließen sehr viele Menschen aus Deutschland ihre Heimat. Sie suchten Arbeit, Land und ein besseres Leben. Manche flohen vor Armut, andere vor politischen Verhältnissen. Amerika galt als Land der Möglichkeiten.
Die Reise war lang und gefährlich. Mit dem Schiff ging es über den Atlantik. Wer ankam, musste sich in einem fremden Land mit fremder Sprache durchschlagen.
Goldsucher im Westen
Wickenburg zog es in den Westen der USA. Damals war das eine raue Gegend. Es gab kaum Städte, kaum Straßen und kaum Recht und Ordnung. Aber es gab Hoffnung auf Gold. Viele Glücksritter zogen durch das Land, in der Hoffnung auf den großen Fund.
Wickenburg hatte Erfolg. Er wird mit einem bekannten Goldfund in Arizona in Verbindung gebracht, der als Vulture Mine bekannt wurde. Rund um die Mine entstand eine Siedlung. Diese Siedlung bekam seinen Namen: Wickenburg.
Eine Stadt mit Holsterhauser Wurzeln
Die Stadt Wickenburg in Arizona gibt es bis heute. Sie ist nach dem Mann benannt, der in Holsterhausen geboren wurde. Das ist eine erstaunliche Verbindung. Ein Junge von einem Hof im Essener Westen wird zum Namensgeber einer Stadt im amerikanischen Südwesten.
Henry Wickenburg starb 1905. Da hatte sich seine alte Heimat bereits völlig verändert. Holsterhausen war inzwischen ein dicht besiedeltes Arbeiterviertel und seit 1901 ein Teil der Stadt Essen.
Was seine Geschichte erzählt
Die Geschichte von Henry Wickenburg ist mehr als eine Anekdote. Sie erzählt von Migration. Heute kommen viele Menschen nach Holsterhausen, um hier ein neues Leben zu beginnen. Vor rund 180 Jahren war es umgekehrt: Menschen aus Holsterhausen suchten ihr Glück in der Ferne.
Wer das weiß, sieht die Vielfalt in Holsterhausen vielleicht mit anderen Augen. Aufbrechen, ankommen, neu anfangen – das ist eine Geschichte, die sich immer wiederholt. In beide Richtungen.
Wie Holsterhausen damals aussah
Um zu verstehen, was Wickenburg hinter sich ließ, lohnt ein Blick auf seine Heimat. Holsterhausen gehörte in seiner Kindheit zur Munizipalität Borbeck. Die Menschen lebten von der Landwirtschaft. Es gab kleine Höfe, Weiden und Wald. Der Name Holsterhausen erinnert bis heute daran: die Leute, die am Holz wohnten.
Die großen Veränderungen standen erst bevor. Zechen wurden abgeteuft, die Gussstahlfabrik von Krupp wuchs. Ein paar Jahrzehnte später war von der ländlichen Idylle kaum noch etwas übrig. Wickenburg hat diesen Wandel nur aus der Ferne erlebt – wenn überhaupt.
Auswandern aus dem Revier
Wickenburg war nicht der Einzige, der ging. Aus dem Rheinland und Westfalen zogen im 19. Jahrhundert viele Menschen nach Amerika. Briefe von Ausgewanderten erzählten von fruchtbarem Land und neuen Chancen. Manche kehrten nie zurück, andere schickten Geld an ihre Familien in der Heimat. So entstanden Verbindungen über den Atlantik hinweg, die zum Teil bis heute bestehen.
Holsterhausen und die Welt
Henry Wickenburg ist nicht die einzige Verbindung zwischen Holsterhausen und der Welt. Das Universitätsklinikum zieht Patienten und Fachleute aus vielen Ländern an. Menschen aus vielen Nationen leben im Viertel. Und ein Augenarzt am Holsterhauser Klinikum schrieb Medizingeschichte. Mehr dazu im Porträt über Gerhard Meyer-Schwickerath.
Selbst auf Spurensuche gehen
Wenn dich die Geschichte fasziniert, kannst du selbst auf Spurensuche gehen. Das Historische Portal der Stadt Essen bietet viele Informationen zur Stadtgeschichte. Auch Auswanderer-Datenbanken und Archive helfen weiter, wenn du mehr über Menschen aus Essen erfahren willst, die nach Amerika gingen. Vielleicht findest du dabei sogar eine Spur deiner eigenen Familie.
Sein Kurzporträt findest du auch unter Henry Wickenburg. Weitere Menschen mit Bezug zu Holsterhausen findest du im Bereich Menschen.
Fazit
Henry Wickenburg wurde 1819 in Holsterhausen geboren und wanderte 1847 nach Amerika aus. Im Westen der USA wurde er zum Namensgeber der Stadt Wickenburg in Arizona. Seine Geschichte zeigt: Holsterhausen war schon immer mit der Welt verbunden – durch Menschen, die gehen, und Menschen, die kommen.


