Gerhard Meyer-Schwickerath: der Augenarzt, der mit Licht heilte
Ein Platz und eine Büste am Uniklinikum erinnern an ihn: Gerhard Meyer-Schwickerath machte Essen zu einem Ort der Augenheilkunde mit Weltruf.

Du gehst über das Gelände des Universitätsklinikums. Zwischen Bettenhäusern und Laboren steht eine Büste. Ein Mann mit ernstem Blick. Daneben ein Straßenschild: Gerhard Meyer-Schwickerath Platz. Wer war dieser Mann? Und warum erinnert man sich in Holsterhausen an ihn?
Ein Pionier der Augenheilkunde
Gerhard Meyer-Schwickerath war Augenarzt. Er lebte von 1920 bis 1992. Bekannt wurde er durch eine Idee, die heute ganz selbstverständlich klingt: Er nutzte Licht, um Augenkrankheiten zu behandeln.
Die Methode heißt Lichtkoagulation. Dabei wird gebündeltes Licht auf die Netzhaut im Auge gerichtet. Die Energie des Lichts verschweißt kleine Stellen im Gewebe. So lassen sich zum Beispiel bestimmte Schäden an der Netzhaut behandeln. Meyer-Schwickerath gilt als einer der Pioniere dieser Technik. Aus seinen Ideen entwickelten sich später Behandlungen, die heute mit Lasern durchgeführt werden.
Vom Sonnenlicht zur Lampe
Die ersten Versuche machte Meyer-Schwickerath mit Sonnenlicht. Das klingt abenteuerlich, und das war es auch. Sonnenlicht ist nicht immer verfügbar, und es ist schwer zu steuern. Deshalb arbeitete er an Geräten, die künstliches Licht nutzten. So wurde die Methode im Alltag der Kliniken einsetzbar.
Für Menschen mit bestimmten Augenerkrankungen war das ein großer Fortschritt. Viele konnten so ihr Sehvermögen länger erhalten.
Seine Zeit in Essen
Über viele Jahre leitete Meyer-Schwickerath die Augenklinik in Essen. Damit prägte er das Klinikum an der Hufelandstraße in Holsterhausen. Seine Arbeit machte die Essener Augenheilkunde weit über die Stadt hinaus bekannt.
Die Augenklinik ist bis heute ein wichtiger Teil des Universitätsklinikums. Mehr über die Geschichte des Klinikums liest du im Beitrag Vom Stadtkrankenhaus zur Uniklinik.
Der Platz und die Büste
In Holsterhausen erinnert ein Platz an ihn: der Gerhard Meyer-Schwickerath Platz auf dem Klinikgelände. Dort steht auch eine Büste des Arztes. Sie wurde von der Bildhauerin Franziska Schwarzbach geschaffen. In OpenStreetMap ist sie mit dem Jahr 2010 verzeichnet.
Die Büste ist ein schönes Beispiel dafür, wie ein Stadtteil seine Persönlichkeiten ehrt. Nicht nur Könige und Industrielle bekommen Denkmäler, sondern auch Menschen, die im Stillen Großes geleistet haben.
Medizin mit Weltwirkung aus dem Viertel
Es ist ein faszinierender Gedanke. In einem Stadtteil, der im Krieg fast völlig zerstört wurde, entstand in den Jahren danach Medizin, die Menschen auf der ganzen Welt half. Während draußen noch Trümmer lagen und Häuser neu gebaut wurden, forschten Ärzte im Klinikum an neuen Methoden.
Das zeigt, wie eng Holsterhausen mit der Wissenschaft verbunden ist. Das Klinikum ist nicht nur ein Krankenhaus. Es ist auch ein Ort der Forschung. Einrichtungen wie das Westdeutsche Tumorzentrum oder das Westdeutsche Herzzentrum stehen in dieser Tradition. Mehr Orte der Wissenschaft findest du unter Wissenschaft.
Was Lichtkoagulation einfach erklärt bedeutet
Stell dir das Auge wie eine Kamera vor. Hinten im Auge liegt die Netzhaut. Sie ist wie der Film oder der Sensor der Kamera. Wenn die Netzhaut beschädigt ist, sieht man schlechter. Bei manchen Schäden hilft es, winzige Stellen gezielt zu verschließen. Genau das macht das Licht. Es wirkt wie ein sehr feiner Schweißpunkt.
Das Besondere: Der Arzt muss dafür das Auge nicht aufschneiden. Das Licht geht durch die Pupille bis nach hinten zur Netzhaut. Für Patientinnen und Patienten war das ein großer Unterschied zu früheren Methoden.
Warum Erinnerung wichtig ist
Warum sollten wir uns an einen Augenarzt erinnern, den die meisten nicht mehr persönlich kannten? Weil seine Geschichte zeigt, was Neugier und Ausdauer bewirken können. Aus einer ungewöhnlichen Idee wurde eine Behandlungsmethode, deren Grundgedanke in der Augenheilkunde bis heute weiterlebt.
Für junge Menschen, die heute am Klinikum studieren oder eine Ausbildung machen, ist er ein Vorbild. Ein Beispiel dafür, dass aus Holsterhausen heraus die Welt verändert werden kann. Mehr über junge Menschen am Klinikum liest du im Beitrag Studierende und Klinik-Personal.
Selbst vorbeischauen
Wenn du das nächste Mal am Klinikum bist, nimm dir einen Moment Zeit. Such den Platz und die Büste. Die Lage findest du auf der Karte. Es ist ein ruhiger Ort mitten im Trubel des Klinikalltags. Vielleicht denkst du dabei an die vielen Menschen, die dank seiner Forschung heute besser sehen können.
Sein Kurzporträt findest du unter Gerhard Meyer-Schwickerath. Weitere Menschen mit Bezug zu Holsterhausen findest du im Bereich Menschen.
Fazit
Gerhard Meyer-Schwickerath war ein Pionier der Augenheilkunde. Mit seiner Arbeit zur Lichtkoagulation half er Menschen weltweit. In Holsterhausen erinnern ein Platz und eine Büste am Universitätsklinikum an ihn. Seine Geschichte zeigt: Große Medizin kann mitten im Viertel entstehen.


