robert schmohl

Foto: Christian Schnettelker, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0Quelle

Architekt

Robert Schmohl

1855–1944

Robert Schmohl war als Leiter des Krupp-Baubüros Architekt der Siedlung Alfredshof in Essen-Holsterhausen.

Du wohnst an der Keplerstraße oder der Simsonstraße? Dann lebst du auf dem Boden einer der größten Arbeitersiedlungen Essens. Der Mann, der sie plante, hieß Robert Schmohl.

Aus dem Allgäu ins Ruhrgebiet

Robert Schmohl wurde am 19. August 1855 in Isny geboren. Sein Vater war Baumeister. Er studierte Architektur in Stuttgart. Danach arbeitete er für die Eisenbahn, in Architekturbüros in Stuttgart und Zürich und für die Stadt Stuttgart.

Chef des Krupp-Baubüros

1891 ging Schmohl nach Essen. Dort leitete er bis 1924 das Baubüro der Firma Krupp. Er folgte auf Gustav Kraemer, der schon unter Alfred Krupp Wohnungen für Arbeiter gebaut hatte. Schmohl stieg bis zum Abteilungsdirektor auf.

Die Siedlung Alfredshof

Schon 1891 begannen die Planungen für eine neue Siedlung in Holsterhausen. Zuerst hieß das Projekt schlicht „Kolonie Holsterhausen“. Später bekam es den Namen Alfredshof, nach Alfred Krupp. Schmohl war der Architekt.

Gartenstadt mitten in der Industrie

Von 1893 bis 1918 entstand der Alfredshof in mehreren Abschnitten. Insgesamt wurden rund 1700 Mietwohnungen gebaut. Der erste Teil lag zwischen Münchener Straße und Keplerstraße. Hier standen Häuser für eine bis vier Familien, nach dem Vorbild englischer Gartenstädte. Die Arbeiter konnten zu Fuß zu den Fabriken gehen.

Ab 1907 kamen größere Wohnblocks dazu. Sie hatten bis zu drei Stockwerke und begrünte Innenhöfe. Die Höfe waren Spielplatz und Treffpunkt. Es gab auch eine Parkanlage. Sogar spezielle, günstige Möbel wurden für die Wohnungen entwickelt.

Was heute noch zu sehen ist

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Alfredshof schwer zerstört. Als einziges geschlossenes Viertel blieb der Simson-Block an der Ecke Keplerstraße und Simsonstraße erhalten. Er zeigt, wie die Siedlung einmal aussah. Die Straßen im Alfredshof bekamen am 9. Oktober 1914 offizielle Namen, oft nach leitenden Krupp-Leuten. Daher kommen zum Beispiel die Asthöwerstraße und die Menshausenstraße. 1908 schenkte die Familie Krupp der evangelischen Gemeinde ein Grundstück an der Planckstraße. Dort entstand 1910/11 das Wichernhaus. Heute gehört der Alfredshof zu einer Themenroute der Route der Industriekultur.

Weitere Werke und Ehrungen

Schmohl plante auch die Siedlungen Altenhof I und II in Essen. Er trug außerdem zum Bau der Margarethenhöhe bei. Siedlungen in Duisburg, Datteln und Bochum gehen ebenfalls auf ihn zurück. Von 1894 bis 1919 saß er im Essener Stadtrat. 1920 wurde er Ehrendoktor der Technischen Hochschule Aachen. Auf der Margarethenhöhe erinnert seit 1927 der Robert-Schmohl-Platz an ihn. Er starb am 18. August 1944 in Bielefeld.

Fazit

Robert Schmohl prägte, wie Tausende Menschen in Essen wohnten. In Holsterhausen plante er den Alfredshof. Der Simson-Block zeigt bis heute, wie durchdacht diese Siedlung war.

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