Dürerstraße

Kurze Wohnstraße im Künstlerviertel an der Gemarkenstraße

Selbstbildnis von Albrecht Dürer (1500), Namensgeber der Dürerstraße
Bild: Albrecht Dürer, Public Domain, via Wikimedia CommonsPublic DomainQuelle

Nur 100 Meter lang, aber mit einem Weltstar im Namen: Die Dürerstraße in Essen-Holsterhausen verbindet die Gemarkenstraße mit der Barthel-Bruyn-Straße.

Der Feldhase. Die betenden Hände. Das Selbstbildnis mit den langen Locken. Diese Bilder kennst du, auch wenn du nie in einem Museum warst. Ihr Schöpfer hat in Essen-Holsterhausen eine Straße bekommen. Sie ist nur rund 100 Meter lang. Aber sie liegt an der besten Adresse im Viertel: direkt an der Gemarkenstraße.

Wer war Albrecht Dürer?

Albrecht Dürer wurde am 21. Mai 1471 in Nürnberg geboren. Dort starb er auch, am 6. April 1528. Er war Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker. Viele sehen in ihm den wichtigsten deutschen Künstler der Renaissance.

Dürer war neugierig auf alles. Er reiste nach Italien und später in die Niederlande. Er studierte die Maße des menschlichen Körpers und schrieb Bücher über Geometrie und Proportionen. Seine Holzschnitte und Kupferstiche wurden in großer Zahl gedruckt. So kannten viele Menschen seine Bilder, ohne je ein Original zu sehen. Er signierte seine Werke mit einem markanten Monogramm aus A und D. Man könnte sagen: Dürer hatte schon früh eine eigene Marke.

Fünf Werke, die du kennen solltest

  • Selbstbildnis im Pelzrock (1500): Dürer zeigt sich frontal, fast wie auf einem Heiligenbild. Ein selbstbewusster Auftritt.
  • Feldhase (1502): ein Aquarell, so genau, dass du jedes Haar zu sehen glaubst.
  • Betende Hände (1508): eine Studie, die bis heute auf Postkarten und Kalendern auftaucht.
  • Melencolia I (1514): ein rätselhafter Kupferstich voller Symbole und Zahlen.
  • Rhinocerus (1515): ein Holzschnitt von einem Nashorn, das Dürer selbst nie gesehen hat. Er zeichnete es nach einer Beschreibung.

Dürer und seine Nachbarn

Das Schöne an der Dürerstraße ist ihre Nachbarschaft. Ringsum liegen Straßen, die nach Künstlern aus derselben Zeit benannt sind. Die Schongauerstraße ehrt Martin Schongauer. Der junge Dürer wollte bei ihm in Colmar lernen. Doch Schongauer starb 1491, bevor Dürer ankam. Die Cranachstraße erinnert an Lucas Cranach den Älteren, einen Zeitgenossen Dürers. Die Holbeinstraße und die Barthel-Bruyn-Straße ehren zwei weitere Porträtmaler der Renaissance. In ein paar Minuten läufst du hier durch ein ganzes Jahrhundert Kunstgeschichte.

Von der Klementzstraße zur Dürerstraße

Die Straße hieß früher Klementzstraße. Am 16. Mai 1902 bekam sie ihren heutigen Namen. An diesem Tag wurden in Holsterhausen laut Straßenliste 50 Straßen auf einmal benannt. Der Grund: Nach der Eingemeindung nach Essen im Jahr 1901 sollte jede Ecke des Stadtgebiets eine eigene Gruppe von Namen bekommen. Im Zentrum von Holsterhausen waren das die Maler. So entstand das Viertel, das du auf diesem Portal als Künstlerviertel findest.

Wie ist die Straße heute?

Die Dürerstraße ist eine kurze Wohn- und Verbindungsstraße. Sie verbindet die Gemarkenstraße mit der Barthel-Bruyn-Straße. Es gilt Tempo 30. Läden oder Lokale sind in den OpenStreetMap-Daten direkt an der Dürerstraße nicht eingetragen. Das macht nichts. Denn die Einkaufsstraße liegt direkt vor der Tür.

Auf der Gemarkenstraße findest du Bäckereien wie Döbbe und Bäcker Peter, das Copenhagen Coffee Lab, Eiscafés, Apotheken und viele kleine Läden. Donnerstags am Nachmittag ist dort Wochenmarkt.

Lage und Nachbarschaft

Parallel zur Dürerstraße verläuft die Holbeinstraße. Dort steht die katholische Kirche St. Mariä Empfängnis, gebaut von 1895 bis 1897. Ihr Turm ist ein guter Orientierungspunkt. An der Barthel-Bruyn-Straße liegt das Seniorenhaus Otto-Hue-Haus. Auch die Raffaelstraße verbindet die beiden Straßen.

Wer von hier nach Süden geht, erreicht über die Cranachstraße den Holsterhauser Platz mit Straßenbahnhaltestelle. Nach Osten sind es wenige Minuten bis Rüttenscheid und ins Südviertel.

Tipp: Dürer-Runde in zehn Minuten

Starte an der Gemarkenstraße und geh die Dürerstraße hinunter. Bieg an der Barthel-Bruyn-Straße ab und nimm die Holbeinstraße zurück. Vorbei an der Kirche bist du wieder auf der Gemarkenstraße. Belohnung: ein Eis oder ein Kaffee. Mehr Ideen für einen längeren Spaziergang findest du im Künstlerviertel.

Fazit

Die Dürerstraße ist eine der kürzesten Straßen in Essen-Holsterhausen. Sie trägt aber einen der größten Namen der Kunstgeschichte. Und sie liegt so zentral, dass du vom Bäcker bis zum Wochenmarkt alles in wenigen Schritten erreichst.

Daten teilweise aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL). Fehler gefunden? Sag Bescheid.