Henckelstraße
Kurze Straße im Medizinerviertel am Uniklinikum

Die Henckelstraße am Uniklinikum erinnert an einen Berliner Chirurgen, der 1769 medizinische Geschichte schrieb.
Kaiserschnitte sind heute Routine in jeder Geburtsklinik. Vor gut 250 Jahren war das ganz anders. Damals war jeder Eingriff am Bauch ein enormes Risiko. Einer der Ärzte, die sich trotzdem daran wagten, ist der Namensgeber der Henckelstraße.
Wer war Joachim Friedrich Henckel?
Joachim Friedrich Henckel wurde 1712 in Preußisch Holland geboren. Er starb 1779. Er war Chirurg an der Charité in Berlin. Die Charité ist bis heute eines der bekanntesten Krankenhäuser in Deutschland. Sie entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts, also kurz bevor Henckel geboren wurde.
1769 führte Henckel einen besonderen Kaiserschnitt durch. Er schnitt dabei entlang der Mittellinie des Bauches, der sogenannten Linea alba. Das Kind überlebte. Die Mutter starb später. Trotzdem galt der Eingriff als wichtige Leistung.
König Friedrich II. ernannte Henckel daraufhin zum Professor für Chirurgie und Geburtshilfe. Außerdem wurde er Hofrat beim Kronprinzen. 1770 wurde er Professor für Chirurgie am Collegium medico-chirurgicum in Berlin. Später leitete er sogar die Charité.
Im Medizinerviertel
Die Henckelstraße wurde am 16. September 1910 benannt. Am selben Tag bekamen auch die Esmarchstraße, die Billrothstraße und die Bardelebenstraße ihre Namen. Rund um das heutige Universitätsklinikum erinnern viele Straßen an berühmte Ärzte. Das Klinikum ging aus den städtischen Krankenanstalten hervor.
Wie ist die Straße heute?
Die Henckelstraße ist rund 220 Meter lang. Sie besteht aus mehreren Abschnitten. Meist gilt Tempo 30, in einem Teil Tempo 50. Geschäfte sind in den OpenStreetMap-Daten unter dieser Adresse nicht eingetragen. Durch die Nähe zum Klinikum sind hier aber viele Menschen unterwegs – Beschäftigte, Patienten und Besucher.
Lage und Nachbarschaft
Die Henckelstraße verbindet die Esmarchstraße mit der Schönleinstraße. Die Schönleinstraße ist nach dem Arzt Johann Lukas Schönlein benannt. Die Esmarchstraße erinnert an Friedrich von Esmarch, den Begründer des Samariterwesens. So reiht sich hier ein Medizinername an den nächsten.
Ganz in der Nähe liegt das Universitätsklinikum Essen. Auch die Hufelandstraße mit Apotheke und Praxen ist schnell erreicht. Richtung Osten geht es nach Rüttenscheid.
Fazit
Die Henckelstraße ist eine kurze Straße im Medizinerviertel von Essen-Holsterhausen. Ihr Namensgeber wagte sich im 18. Jahrhundert an Operationen, die damals kaum jemand versuchte. Direkt am Uniklinikum ist dieser Name gut aufgehoben.
Nachbarstraßen

Hufelandstraße
Christoph Wilhelm Hufeland, Arzt, Sozialhygieniker und Volkserzieher1762–1836Zur Straße
Graefestraße
Albrecht von Graefe, Augenarzt, Begründer der Augenheilkunde als eigenes Fach in Deutschland1828–1870Zur Straße
Jennerstraße
Edward Jenner, englischer Landarzt, Begründer der Pockenschutzimpfung1749–1823Zur Straße
Gerhard Meyer-Schwickerath Platz
Gerhard Meyer-Schwickerath, Augenarzt, Erfinder der Lichtkoagulation1920–1992Zur Straße
Keplerstraße
Johannes Kepler, Astronom und Mathematiker1571–1630Zur Straße
Freseniusstraße
Carl Remigius Fresenius, analytischer Chemiker, Gründer des chemischen Labors in Wiesbaden1818–1897Zur StraßeDaten teilweise aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL). Fehler gefunden? Sag Bescheid.