Stadtteil-Wissen

Woher kommt der Name Holsterhausen?

Kurze Antwort

Der Name Holsterhausen bedeutet sinngemäß „die am Holze hausten“ – also Menschen, die am Wald wohnten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 966. Aus Höfen und Kotten wurde im 19. und 20. Jahrhundert ein dichtes Stadtviertel. Das Stadtteilwappen erzählt diese Herkunft als Bild.

Was bedeutet der Name?

„Holz“ stand früher oft für Wald. Die Gegend war dicht bewaldet, und die Menschen hier lebten von Feldern, Vieh und dem Holz. Aus „die am Holze hausten“ wurde über die Jahrhunderte Holsterhausen. Die Endung „-hausen“ ist in Deutschland sehr häufig und bedeutet schlicht: bei den Häusern.

Zusammen ergibt das ein klares Bild: Häuser am Wald. Mehr war Holsterhausen lange nicht – kein Marktplatz, keine Kirche, kein Rathaus, nur Höfe, Kotten und Wege dazwischen. Die sprachlichen Details und die Belege dazu stehen im Beitrag Name und Wappen.

Wann wurde Holsterhausen zuerst erwähnt?

Die erste urkundliche Erwähnung fällt ins Jahr 966. Damals schenkte Kaiser Otto I. den Hof Ehrenzell dem Konvent des Stiftes Essen. Dieser Hof war der Kern des sogenannten Dreibauerschaftsquartiers.

Dieses Quartier bestand aus den drei späteren Essener Stadtteilen Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen. Nach der Säkularisation wurde es der Munizipalität Borbeck zugeteilt. 1874 entstand daraus die Bürgermeisterei Altendorf, die bis zur Eingemeindung nach Essen bestand. Den ganzen Bogen schlägt der Beitrag Vom Hof zum Stadtteil.

Welche Höfe gab es im heutigen Stadtteil?

Viele Straßennamen sind älter als die Malerstraßen und stammen direkt von Höfen und Flurstücken. Die Quellen dafür sind alte Steuer- und Grundbuchlisten: die Landmatrikel von 1668 und die Mutterrollen von 1807, 1827 und 1867.

  • Schederhofstraße: nach dem Schederhof. Schon 1437 wurde ein Johan up dem Berge mit dem Gut „op der Schede“ belehnt. 1864 kaufte Krupp den Hof.
  • Hohe Warte: geht auf den Kotten Howard zurück. 1528 wird das Gut als Howerde genannt, 1668 ein Johan Howar als Bewohner.
  • Rüscherie: erinnert an einen Kötter dieses Namens, erwähnt 1795.

Weitere Beispiele sammelt die Seite Höfe, Flurnamen und alte Wege, vertieft im Beitrag Alte Höfe und Kotten.

Hat Holsterhausen ein eigenes Wappen?

Ja, allerdings kein offizielles. Das Stadtteilwappen zeigt auf rotem Grund ein weißes Haus mit schwarzem Fachwerk und Tor. Über dem Giebel steht vorn und hinten je ein goldener Stamm mit Stummelästen.

Man nennt so etwas ein „redendes Wappen“: Es spricht seinen Namen aus. Das Haus steht für die Endung „-hausen“, die Stämme für das Holz und die Waldarbeiter, die „Holzseter“. Entworfen hat es der Heraldiker Kurt Schweder, der Ende der 1980er-Jahre Wappen für alle Essener Stadtteile schuf. Offiziellen Charakter hatten sie nie, angenommen wurden sie trotzdem.

Wie wurde aus dem Dorf ein Stadtteil?

Der Umbruch kam mit der Industrie. Die Nähe zu den Krupp-Werken zog Menschen an, Arbeitersiedlungen entstanden, aus Feldern wurden Straßenzüge. Am 1. August 1901 wurde Holsterhausen nach Essen eingemeindet; danach ging die Bebauung noch schneller.

Der Zweite Weltkrieg zerstörte den Stadtteil so stark, dass er danach als größtes zusammenhängendes Wiederaufbaugebiet Westdeutschlands galt. Vom alten Dorf ist deshalb kaum etwas sichtbar geblieben – außer in den Namen. Weitere Themen zur Stadtteilgeschichte stehen unter Geschichte.

Häufige Nachfragen

Hat der Name etwas mit Pistolenhalftern zu tun?

Nein. Der Anklang an das englische „holster“ ist reiner Zufall. Der Name kommt vom Wald: „Holz“ für Wald und „-hausen“ für die Häuser der Menschen, die dort lebten.

Warum gibt es mehrere Orte namens Holsterhausen?

Weil der Name eine Beschreibung ist und keine Erfindung. Wo Menschen am Wald siedelten, konnte derselbe Name unabhängig entstehen. Bekannt sind unter anderem Dorsten-Holsterhausen sowie Orte in Hattingen und Herne.

Wo finde ich belegte Quellen zur Ortsgeschichte?

Im Stadtarchiv Essen, in der Literatur zur Essener Stadtgeschichte und in den alten Steuerlisten wie Landmatrikel und Mutterrollen. Der Stadtteilverein sammelt und erschließt solche Bestände ebenfalls.

Fazit

Holsterhausen heißt Holsterhausen, weil hier Menschen am Wald wohnten. Aus der ersten Erwähnung von 966 und ein paar Höfen wurde ein dichter Stadtteil. Die alten Namen sind das Letzte, was davon übrig ist – und das Beste, was man noch lesen kann.

Der Stadtteilverein sammelt und bewahrt diese Geschichte. IG Holsterhausen e. V.