Gedenkorte in Holsterhausen

Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia CommonsCC BY-SA 4.0Quelle
Geschichte steht nicht nur in Büchern. Sie liegt auch im Pflaster, steht neben Kirchen und erinnert auf Plätzen an Menschen. In Holsterhausen gibt es mehrere solche Orte. Wer sie kennt, sieht den eigenen Stadtteil mit anderen Augen.
Stolpersteine
An sieben Adressen im Viertel liegen Stolpersteine. Sie erinnern an jüdische Nachbarinnen und Nachbarn und an Opfer der NS-„Euthanasie“. Du findest sie an der Gemarkenstraße, der Cranachstraße, der Ladenspelderstraße, der Hufelandstraße, der Steinhausenstraße und der Holsterhauser Straße. Auf den Steinen stehen Namen, Jahrgänge und Schicksale: Deportation, Flucht, Mord, Überleben im Versteck.
Glocken der Stahlkirche
Neben der Melanchthonkirche stehen zwei Glocken. Sie stammen aus der Stahlkirche von Otto Bartning, die 1942 bei einem Luftangriff zerstört wurde. Eine trägt die Inschrift „Friede auf Erden“ – und einen Riss. Mehr dazu auf der Seite Glocken der Stahlkirche als Mahnmal.
Gerhard-Meyer-Schwickerath-Platz
Am Uniklinikum erinnert eine Büste an den Augenarzt Gerhard Meyer-Schwickerath. Er entwickelte die Lichtkoagulation der Netzhaut. Die Büste wurde 2010 zu seinem 90. Geburtstag enthüllt. Mehr dazu unter Gerhard-Meyer-Schwickerath-Platz.
Grabmal der Familie Hermann Reintjes
Nahe der Bardelebenstraße steht ein Grabmal aus den 1920er-Jahren. Es ist seit 2009 als Baudenkmal eingetragen. Mehr dazu unter Grabmal Familie Hermann Reintjes.
Spuren im Stadtbild
Auch ohne Tafel erzählen manche Orte Geschichte. Die Siedlung Alfredshof erinnert an Krupp und an die Zerstörung im Krieg. Die Straße Am Funkturm erinnert an einen verschwundenen Mast. Und die Brücke zur Margarethenhöhe steht seit über 110 Jahren.
Ein Rundgang der Erinnerung
Starte an der Gemarkenstraße 41. Geh über die Cranachstraße zur Melanchthonkirche. Von dort weiter über die Steinhausenstraße zur Hufelandstraße und zur Büste am Uniklinikum. Plane etwa eineinhalb Stunden ein. Nimm dir Zeit, die Inschriften zu lesen.
Fazit
Die Gedenkorte in Essen-Holsterhausen erzählen von Verfolgung, Krieg, Wiederaufbau und großen Leistungen. Sie sind klein und leicht zu übersehen. Gerade deshalb lohnt es sich, bewusst hinzuschauen.
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